Das Szenario dürfte sicherlich jedem bekannt vorkommen: es ist Abend und plötzlich fällt einem ein, dass man heute noch X erledigen wollte und Y anrufen musste. Doch leider hat man es im Tageswirrwarr einfach vergessen. Das Ergebnis: Man selbst ist sauer oder enttäuscht, die betroffenen Personen halten einen selbst für unzuverlässig (und das ist nur das geringere Übel) und das Vertrauen in das eigene Gedächtnis schwindet weiterhin.
Das alles kann jeder verhindern! Wie? Einfach! Ich zeige in diesem Artikel wie ihr euch in 5 Schritten die Aufgaben des Tages merken könnt.
5 Schritte zum Merken der Aufgaben des Tages zusammengefasst
Zuerst möchte ich euch die 5 Schritte zusammengefasst vorstellen und anschließend auf diese näher eingehen. Welchen Vorteil es hat diese 5 Schritte so zu befolgen und welche Alternativen zu dieser Methode möglich wären, erläutere ich nach der genauen Erklärung der 5 Schritte. Diese Schritte sind:
- Aufgaben des Tages aufschreiben
- Die Aufgaben in die korrekte Reihenfolge bringen
- Route zum Merken der Aufgaben auswählen bzw. erstellen
- Die Aufgaben mit den Routenpunkten verbinden
- Alle Aufgaben zur Überprüfung geistig wiederholen
Die Schritte sind leicht und bringen sehr gute Ergebnisse. Was genau kann man sich unter den einzelnen Punkten vorstellen?
1. Aufgaben des Tages aufschreiben
Nehmt euch einen Zettel und notiert alle Aufgaben, die für den nächsten Tag anstehen. Dabei genügt es, wenn ihr euch am Abend davor oder kurz vor Feierabend hinsetzt und überlegt, was erledigt werden muss bzw. was ihr erledigen wollt. Wenn ich es zeitlich am Abend vorher nicht schaffe, so kümmere ich mich darum direkt am nächsten Morgen vor dem Frühstück. Schreibt alles auf, was euch einfällt.
2. Die Aufgaben in die korrekte Reihenfolge bringen
Morgens ins Kino und Abends die Sachen für die Arbeit/Schule/Studium noch schnell mitnehmen wird sicherlich nicht die richtige Reihenfolge der Aufgaben sein. Bringt die Aufgaben in genau die Reihenfolge, in der ihr diese am nächsten Tag erledigen wollt. Beachtet dabei zum Beispiel auch die Ortreihenfolge, so dass ihr nicht weit voneinander entfernte Aufgaben, wie zum Beispiel Amtsgänge, nacheinander erledigt. Auch sinnverwandte Aufgaben können direkt nacheinander erledigt werden. Vernachlässigt aber auch nicht die Zeit der Erledigungen!
3. Route zum Merken der Aufgaben auswählen bzw. erstellen
Sucht euch eine eurer visuellen Routen zum Merken der Aufgaben aus. Falls ihr noch keine habt, so könnt ihr euch eine schnell erstellen oder eine der auf www.Lernen-Merken-Erinnern.de vorgeschlagenen nehmen. Natürlich sollte es eine sein, die genau so viele Punkte beinhaltet, wie ihr benötigt.
Wenn euch Routen und die Loci-Methode nichts sagen, dann könnt ihr das unter den Lerntechnik-Grundlagen nachlesen.
4. Die Aufgaben mit den Routenpunkten verbinden
Anschließend gilt es die Aufgaben mit den Routenpunkten zu verbinden. Dabei empfiehlt es sich für jede Aufgabe ein Schlüsselwort (ein für die Aufgabe markantes Wort) zu wählen und dieses mit dem Routenpunkt vor dem inneren Auge zu verbinden. Stellt euch einfach vor, wie ihr genau an diesem Routenpunkt dieser Aufgabe nachgeht.
Für das Kino gehen könnt ihr euch somit vorstellen, wie ihr an einem Routenpunkt einen Film schaut. Die Aufgabe “ins Kino gehen” hat bereits ein Schlüsselwort, nämlich Kino. Dieses kann man ebenfalls zusätzlich mit dem Routenpunkt verbinden. Dazu stellt man sich zum Beispiel einfach vor wie das Kino an diesem Routenpunkt leuchtet.
5. Alle Aufgaben zur Überprüfung geistig wiederholen
Geht anschließend die gesamte Route nochmals geistig durch und prüft ob auch wirklich alles sitzt. Falls euch ein Punkt nicht sofort einfällt, dann verstärkt die Verbindung zwischen der Aufgabe und dem Routenpunkt. Sitzt die Route auch wirklich?
7 Vorteile der 5 Schritte zum Merken der Aufgaben des Tages
Ein klarer Vorteil ist, dass ihr keine Aufgaben vergessen werdet. Ihr könnt somit am nächsten Tag eine Aufgabe nach der anderen erledigen, indem ihr die Routenpunkte nacheinander abarbeitet.
Ein weiterer Vorteil ist die Zeitersparnis. Ihr habt nämlich die Aufgaben bereits im Vorfeld sortiert und in eine sinnvolle Reihenfolge gebracht. Somit vergeudet ihr keine wertvolle Zeit damit euch zu überlegen was ihr am besten als nächstes erledigen solltet.
Ebenso ist Klarheit ein gutes Ergebnis der Planung. Ihr wisst nämlich ganz genau was und wie viel ihr zu erledigen habt. Somit ist das “Ende” absehbar und ihr müsst nicht mehr überlegen ob ihr etwas vergessen habt.
Ihr erkennt zudem noch ob es überhaupt möglich ist all die Aufgaben, welche ihr bei Schritt 1 geplant habt, in der euch zur Verfügung stehenden Zeit zu erledigen.
Ihr seid viel motivierter! Schließlich fühlt es sich richtig gut an, am Ende des Tages festzustellen, dass alles erledigt wurde.
Nein sagen ist ebenfalls ein Vorteil, der dadurch entsteht. Schließlich wisst ihr ganz genau welche Aufgaben auf euch noch warten und könnt somit einschätzen ob ihr einem Bekannten mal schnell aushelfen könnt oder eher keine Zeit dafür habt.
Das Gedächtnis kommt in Schwung, da es gleichzeitig nebenbei trainiert wird. Das Merken wird euch von mal zu mal immer leichter fallen.
Aber Achtung! Verplant nicht die gesamten 24 Stunden. Schließlich gibt es immer unvorhergesehene Ereignisse, die auch noch viel Zeit in Anspruch nehmen. Rechnet also auch mit solchen Aufgaben. Zudem ist es am Anfang sehr schwierig die notwendige Zeit für jede Aufgabe einzuschätzen. So können zum Beispiel beim Gang zum Amt Wartezeiten entstehen, auf die ihr keinen Einfluss habt.
Diese Wartezeiten eignen sich aber auch für die Erledigung von Aufgaben, was allerdings in einen anderen Bereich hinein gehört.
Alternativen zu den 5 Schritten
Da nicht jeder von vornherein die Loci-Methode nutzt und diese für ihn lediglich einen empfundenen Mehraufwand bedeutet, können die Schritte 3 und 4 durch die Geschichten-Methode ersetzt werden. Diese ist ebenfalls bei den Lerntechnik-Grundlagen beschrieben. In Kurzform: verbindet alle Aufgaben zu einer Geschichte, die ihr euch leicht einprägen könnt.
Eine andere Alternative wäre ein ToDo-Zettel, auf dem alle Aufgaben aufgeführt werden und nacheinander abgehackt werden. Dieser liegt bereits nach Erledigung des zweiten Schrittes vor. Der Nachteil dieser Variante liegt auf der Hand: geht der Zettel verloren, so müsst ihr euch erneut überlegen, was alles zu erledigen ist.
Fazit
Wer regelmäßig diese 5 Schritte nutzt, wird schnell merken, dass es keine 10 Minuten beansprucht. Der Effekt ist allerdings nicht zu unterschätzen. Ich habe dieses Vorgehen mittlerweile lieben und schätzen gelernt. Was in meinen Augen den größten Effekt bringt, ist die daraus resultierende Zufriedenheit und Motivation, vorausgesetzt man hat die Mehrheit der Aufgaben erledigt.
Und wie ist es bei euch? Wie habt ihr euch bisher die Aufgaben des Tages gemerkt? Und welche Vor- und Nachteile habt ihr bei eurer Methode festgestellt?




Willkommen! Mein Name ist Sergej Jost. Auf diesem Blog setze ich mich mit den Themen Lernen, Lerntechniken und ihrem Praxiseinsatz auseinander. Ebenso betrachte ich alles, was in den Bereich effizientes Lernen, besseres Merken und sicheres Erinnern hinein gehört.


ich glaube ohne meinen outlook in seiner gesamten funktion, also kalender todo liste etc. wäre ich in der firma echt etwas verloren. da strömt soviel auf mich ein.
Ich weiß was du meinst. Über den Tag verteilt liegen allerdings immer wieder Aufgaben, die fix sind. Und hauptsächlich um diese geht es.
Es ist aber auch kein Problem die Tagesaufgaben zu memorieren. Als mir mein Rechner abschmierte, habe ich etwas doof geschaut. Zum Glück synchronisiere ich alle Aufgaben mit meinem PPC.
Allerdings habe ich mir auch angeeignet alle Tagesaufgaben zu merken. Wenn etwas spontan hinzukommt, kann ich es auch schnell der visuellen Liste hinzufügen. Das geht bei mir zumindest schneller als wenn ich es notiere und dann auch noch zu spät sehe.
Wie wäre es, wenn man die Aufgaben des Tages in seinem Kalender und/oder Moleskine, die man ja immer mit sich führt, aufschreibt, die Reihenfolge bringt und dann abarbeitet und abhakt? Dann kann man sich das Lernen ersparen und in der Zeit gleich eine kleinere Aufgabe erledigen
Zumindest mache ich das so seit 40 Jahren und habe noch nie meinen Kalender verloren …
Das ist ebenfalls ein guter Vorschlag. Was spricht dagegen beides zu machen?
Ich sehe darin vor allem einen Trainingseffekt für das Gedächtnis.