Der vergessene Schlüssel – wo war er nochmal? Tipps zum besseren Merken

Manche haben es vielleicht schon mal selbst erlebt, andere nur von Freunden zu hören bekommen. Das Vergessen des Schlüssels ist eine beliebte Kategorie, die als Beweis für uns löchriges Gedächtnis herhalten muss.

Aber warum vergessen wir solche Dinge? Und wie können wir uns besser einprägen, wo wir den Schlüssel hinlegen? Diesen Fragen gehe ich im heutigen Beitrag nach.

Wo habe ich den Schlüssel hingelegt?

Zu Beginn gibt es eine kleine Geschichte, die einen nachdenklich stimmt.

Ein in der Meditation erfahrener Mann wurde einmal gefragt, warum er trotz seiner vielen Beschäftigungen immer so gesammelt sein könne. Dieser sagte:

Wenn ich stehe, dann stehe ich,
wenn ich gehe, dann gehe ich,
wenn ich sitze, dann sitze ich,
wenn ich esse, dann esse ich,
wenn ich spreche, dann spreche ich…

Da fielen ihm die Fragesteller ins Wort und sagten:
Das tun wir auch, aber was machst du noch darüber hinaus?

Er sagte wiederum:
Wenn ich stehe, dann stehe ich,
wenn ich gehe, dann gehe ich,
wenn ich sitze, dann sitze ich,
wenn ich esse, dann esse ich,
wenn ich spreche, dann spreche ich …

Wieder sagten die Leute:
Das tun wir doch auch.

Er aber sagte zu ihnen:
Nein,
wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon,
wenn ihr steht, dann lauft ihr schon,
wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel …

Diese Geschichte gibt es in mehreren Versionen. Die Botschaft ist jedoch immer identisch: die Aufmerksamkeit sollte im Jetzt sein. Und was hat das mit dem Schlüssel zu tun? Ob man es glaubt oder nicht, jede Menge.

Wir vergessen Dinge wie Schlüssel, weil wir gedanklich beim Ablegen irgendwo anders sind. Meistens bei den nächsten Aufgaben, die wir anpacken wollen. Oder bei vergangenen Ereignissen. Oder bei den Tagträumen. Somit überall, nur nicht dort, wo wir körperlich sind. Daher übernimmt unser Autopilot für uns die Steuerung.

Schlüsselort einprägen

Kommen wir zu den meiner Erfahrung nach bewährten Methoden für das Einprägen der Dinge.

Mein Tipp 1: Wenn ihr z.B. nach Hause kommt, dann bleibt erstmal stehen. Einfach nur stehen bleiben. 10 bis 15 Sekunden reichen vollkommen aus. Legt anschließend den Schlüssel bewusst an eine Stelle. Das erspart euch schon mal manch eine Sucherei.

Damit eng verknüpft folgt auch Tipp 2: Programmiert euch auf eine bestimmte Stelle. Sei es der Schlüsselkasten neben der Tür. Oder ein extra für den Schlüssel eingeschlagener Nagel. Egal was es ist. Das hat den Vorteil, dass der Autopilot (falls die Aufmerksamkeit wieder mal flötten geht) den Schlüssel automatisch an die richtige Stelle packt. Ich selbst habe dafür zu Hause eine Kommode.

Tipp 3: Gestaltet den Schlüssel(bund) auffallend. Packt euch einen orangefarbenen, großen Schlüsselanhänger dran. Oder zumindest in einer Farbe, die nicht der gewohnten Umgebung entspricht.

Damit wird die Häufigkeit für das Vergessen der Schlüsselablage drastisch reduziert.  Doch was tun, wenn es schon zu spät ist. Wenn der Schlüssel irgendwohin gepackt wurde und nun gefunden werden muss?

Finden des verloren gegangenen Schlüssels

Der sinnvollste Ansatz für das Wiederfinden des Schlüssels und damit Tipp 1: innehalten! Ja genau, auch hier ist innehalten hilfreich. 10 bis 15 Sekunden reichen aus. Anschließend geht ihr am besten direkt zur Tür und startet von dort aus eine geistige Tour. Denkt nochmal genau an das, woran ihr gedacht habt. Geht so Position für Position durch, bis ihr auf den Schlüssel stosst. Prüft anschließend körperlich nach ob der Schlüssel tatsächlich dort ist.

Tipp 2: Falls es mit der ersten Variante nicht klappt, dann macht das komplette Gegenteil. Denkt überhaupt nicht an den Schlüssel. Trinkt z.B. stattdessen ein Glas Wasser, geht auf Toilette oder lenkt euch auf eine andere Art und Weise kurzfristig ab. Ohne Hektik. Seltsamerweise fällt einem anschließend ein, wohin der Schlüssel gelegt wurde.

Tipp 3: Und wenn überhaupt nichts mehr hilft, dann kann man nur dem Motto „wer es nicht im Kopf hat, hat es in den Beinen“ folgen. Geht systematisch von einem Raum zum anderen. Und nur einmal pro Raum! Bitte vermeidet dabei den Fehler, der sehr häufig gemacht wird: die Luftballon-Suche. Beobachtet einmal Menschen, die verzweifelt etwas suchen. Diese verhalten sich wie ein aufgeblasener Luftballon, der losgelassen wurde. Sie flitzen von einem Ort zum anderen, kommen somit mehrmals an die gleiche Stelle und finden den Schlüssel erst recht nicht. Probiert lieber die Uhrzeiger-Suche aus. Geht von einem Gegenstand zum anderen und prüft ob der Schlüssel dort liegt. Schaut genau hin, denn ihr dürft an diesen Ort nicht mehr zurück kehren. Zumindest bis ihr nicht die gesamte Wohnung durchquert habt Der vergessene Schlüssel – wo war er nochmal? Tipps zum besseren Merken

Fazit

Die Erinnerung hat in dieser Form recht wenig mit den klassischen Gedächtnistechniken. Viel mehr ist es eine Herausforderung der Konzentration. Ich hoffe, dass die Zeiten verlorener Schlüssel damit vorbei sind. Zumindest für diejenigen, die die Empfehlungen umsetzen.

Mit welchem Ansatz habt ihr bisher die besten Erfahrungen gemacht?

3 Kommentare

  1. Herzlichen Dank für deine Tipps! Ich selbst habe zwei feste Plätze, wo mein Schlüssel liegt, ich werde deinen Blog aber gern an meine Bekannte weiterleiten, die ihren immer wieder verzweifelt sucht… ;-)

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>