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Die Geschichten-Methode als Faktor zum Lernen und Erinnern – Grundlagen Teil 3

12 Jan Geschrieben von | Kommentieren

<a href=Geschichten-Methode zum Lernen und Erinnern” width=”300″ height=”211″ /> Quelle: Flickr Digital Cat

Wer die Artikel zum Lernen und Merken von Zahlen und Lernen mit Routen und der Loci-Methode fleißig gelesen und somit die Beispiele mitgenommen hat, bemerkte sicherlich dass ich die sogenannten kleinen Filme für die Vorstellung des Ablaufs vorgeschlagen hatte. Diese kleinen Filme und die damit vorgestellte Handlung ist im Prinzip das Grundelement der Geschichten-Methode, die ich euch als Teil 3 der Grundlagen vorstellen möchte.

Es ist doch leicht, man muss sich lediglich eine Geschichte vorstellen und damit wäre ja auch schon alles zu der Geschichten-Methode gesagt, oder? Im Grunde genommen schon, doch auch in diesem Bereich könnt ihr euch das Leben erleichtern, wenn ihr die hier vorgestellten Anregungen in die kleinen Filme integriert. Was aber sind diese Anregungen? Und warum soll man mit der Geschichten-Methode schneller lernen können?

Mit der Geschichten-Methode schneller lernen und sich besser erinnern

Angenommen wir wollen einkaufen. Dabei überlegen wir uns im Vorfeld, was wir alles benötigen. Wir sind alles durchgegangen und haben uns, so die feste Überzeugung, alles gemerkt. Im Laden angekommen, stellen wir ziemlich schnell fest, dass wir lediglich 2 bis 3 Sachen noch wissen und uns erneut an die Denkarbeit machen müssen was uns noch fehlt. Diese Situation ist sicherlich jedem bekannt. Wenn wir allerdings unseren Einkauf vorher geistig durchgespielt haben, so werden wir uns definitiv an alles erinnern.

Unser Gehirn merkt sich Sachen und Objekte, wenn wir diese erlebt oder uns intensiv vorgestellt haben. Ganz genau, auch wenn wir uns die Sachen vorstellen, erinnern wir uns besser an diese. Das liegt daran, dass wir durch die Vorstellung bzw. das Erleben einer Situation mehr Aufmerksamkeit der Situation schenken. Je mehr Aufmerksamkeit eine Vorstellung bekommt, desto besser und länger bleibt diese im Kopf. Und genau das macht das schnellere Lernen aus.

Schneller lernen ist allerdings nur ein Aspekt. Besser erinnern ist meiner Meinung nach viel wichtiger. Und das erfolgt automatisch, wenn ihr effektiver und somit effizienter lernt.

Anregungen für das Lernen und Erinnern mit der Geschichten-Methode

Es geht vor allem darum, dass die Geschichten MERK-WÜRDIG gestaltet werden. Merkwürdig ist alles, was nicht “normal” ist. An welche von den heute getroffenen Menschen könnt ihr euch erinnern? Ich meine damit vor allem die Menschen, welche mit euch in der S-Bahn gefahren sind, die ihr beim Einkaufsbummel gesehen habt oder die heute an euch vorbei liefen. Wenn allerdings heute jemand vor euren Augen nur mit einem Schottenrock vorbei läuft, so werdet ihr euch noch nächste Woche daran erinnern. Das liegt vor allem daran, dass dieser Mensch euch merkwürdig vorkam!

Und genau um solche Merkwürdigkeiten geht es. Baut bei euren Geschichten und Vorstellungen die unglaublichsten Sachen ein. Dabei solltet ihr folgende 8 Punkte beachten:

    emotionalisieren
    farbenfroh gestalten
    Größenvariation
    vertrautes einbinden
    flüssige Übergänge
    Kreativität
    Sinneskanäle einbeziehen
    Ich-Bezogenheit

Wenn wir uns also an unseren Einkaufsbummel aus “Lernen mit Routen und der Loci-Methode” ran wagen, dann werden wir bei der Verbindung von einem Brot auf dem Kopf folgendermaßen vorgehen:

Emotionalisieren
Wir sind ganz aufgeregt und versuchen das Gleichgewicht so gut es geht aufrecht zu erhalten. Unser Herz schlägt schneller als das Brot droht herunter zu fallen. Wie fühlt sich das Brot auf dem Kopf an? Vernachlässigt die Emotionalisierung nicht, denn dieser Punkt ist sehr wichtig für dsa Lernen und Erinnern, vor allem für die Geschichten-Methode!

Farbenfroh gestalten
Welche Haarfarbe hat euer Haar? Und welche Farbe hat das Brot? Wie sieht es um euch herum aus? Je intensiver die Farben sind, desto stärker bleibt die Vorstellung oder Erinnerung haften.

Größenvariation
Wie groß ist das Brot? Wie schwer ist das Brot? Sprengt die Grenzen der Realität und somit der Normalität!

Vertrautes einbinden
Hierzu zählen vor allem die Erfahrungen, welche ihr bereits gemacht habt. Erinnert euch zum Beispiel wie ihr schon mal versucht habt zu balancieren und der vorgestellte Gegenstand stehts herunter gefallen ist.

Flüssige Übergänge
Damit ist vor allem der Übergang zum nächsten Punkt gemeint. Es sind zum Beispiel einige Krümel auf die Butter im Gesicht gefallen. Verbindet die Punkte untereinander!

Kreativität
Beachtet keine Grenzen und gestaltet zum Beispiel euer Brot in der seltsamsten Form, die es gibt! Lasst eure Fantasie aufleben!

Sinneskanäle einbeziehen
Hier spielen wiederum die anderen Punkte mit ein.

    visuell = stellt es euch so gut es geht vor, seht es vor dem geistigen Auge
    auditiv = wie hört sich das alles an?
    kognitiv = Fasst das Brot in der Vorstellung an. Was fühlt ihr dabei?
    olfaktorisch = Wie riecht das Brot? Wie riecht die Umgebung?
    gustatorisch = Schmeckt das Brot!

Ich-Bezogenheit
Ein ebenfalls wesentlicher Punkt, der nicht vernachlässigt werden darf! Verbindet die Geschichte mit euch! Es muss euch persönlich betreffen. Ihr erinnert euch viel besser, wenn die Vorstellung mit euch selbst zu tun hat. In diesem Fall ist es zum Beispiel die Vorstellung wie ihr balanciert und nicht jemand neben euch.

Dauert es mit der Geschichten-Methode nicht länger etwas zu lernen?

Berechtigterweise könnt ihr hier auch einwenden, dass es effektiv mehr Zeit kostet, wenn jeder einzelnen Vorstellung bewusst mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Dieses Gefühl täuscht allerdings! Wenn ihr einer Vorstellung nicht ausreichend Aufmerksamkeit schenkt, so wird diese mit einer höheren Wahrscheinlichkeit als “unwichtig” abgestempelt und versinkt in den Untiefen des Gehirns. Ihr werdet euch also wieder der Vorstellung widmen müssen, wenn ihr euch etwas merken wollt und verliert dadurch mehr Zeit.

Außerdem sinkt die Lust, wenn ihr erneut den gleichen Sachverhalt lernt.

Und wenn die Geschichte nicht im Kopf bleibt?

Bei einigen Punkten kommt es gelegentlich vor, dass diese nicht im Kopf bleiben wollen bzw. ihr euch schlecht daran erinnern könnt. Das liegt meistens daran, dass ihr der Vorstellung nicht ausreichend Aufmerksamkeit geschenkt habt. Hier nehme ich mir den Punkt noch einzeln vor und male diesen stärker aus. Ich optimiere die Vorstellung sozusagen.

Die Geschichte bleibt dann eindeutig im Kopf und der gesamte Film ebenfalls.

Weiteres Vorgehen nach den Grundlagen

Nun haben wir die elementaren Grundlagen fertig und können uns konkreten Projekten widmen. Schreibt mir falls ihr etwas bestimmtes haben wollt!

Über

Sergej Jost setzt sich auf diesem Blog mit Gedächtnistechniken und den Themen Lernen, Merken und Erinnern von Informationen auseinander.

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