So müsste zumindest das Fazit lauten, wenn man bedenkt, wie viele Menschen morgens nicht frühstücken. Und das obwohl jedem bekannt ist, dass frühstücken die wichtigste Mahlzeit des Tages ist. Schließlich weisen uns sowohl Ärzte, Lehrer, Großeltern und überhaupt alle möglichen Menschengruppen darauf hin.

Aber halt. Ist es tatsächlich jedem bekannt? Und was ist dran an dieser Behauptung? Und die Frage aller Fragen: Im welchen Zusammenhang stehen frühstücken und das Lernen? Bringt das tatsächlich was? Wird das Lernen dadurch beeinflusst? Diesen Fragen will ich näher auf den Grund gehen.
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Wie viele Menschen frühstücken?

Morgens früh aufstehen, damit man die Schule oder die Arbeit nicht verpasst. Da bleibt einfach keine Zeit für das Frühstück. Laut dem Forschungsinstitut für Kinderernährung sollen mehr als 20% aller Schulkinder auf das Frühstück verzichten. Bei den Arbeitstätigen sind es weit über 50%.

Das sind recht geringe Zahlen, wenn man vor allem bedenkt, dass mit dem steigenden Alter auch die Bereitschaft zu frühstücken abnimmt. Dabei ist es nicht unbedingt viel, was man morgens zu sich nehmen sollte. Dazu komme ich allerdings später.

Kommen wir erst mal zur Frage warum frühstücken überhaupt so wichtig ist.

Das Gehirn und sein Energieverbrauch

Das Gehirn hat ein ungefähres Gewicht von 1,5kg aus, also noch nicht einmal 1,9% des gesamten Körpergewichtes eines 80kg schweren Menschen, verbraucht allerdings über 20% der dem Körper zur Verfügung stehenden Energie. Wie viel es genau ist, hängt von dem Menschen selbst ab. Während des Schlafes sinkt der Energieverbrauch auf das Minimum, da keine aktiven Denkprozesse stattfinden. In den Wachphasen steigt dieser Verbrauch allerdings an, da der Mensch sein Gehirn zum Nachdenken oder Informationsaufnahme einsetzt.

Der Prozess des Nachdenkens ist nichts anderes als der Transport eines Reizsignals von einer Nervenzelle zur anderen. Bei jedem dieser Denkprozesse wird also Energie verbraucht. Im Gegensatz zu den anderen Körperteilen und -organen ist das Gehirn in der Wahl der Energiezufuhr sehr wählerisch. So werden von Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten, die die Energiegrundlage des Menschen darstellen, lediglich Kohlenhydrate als Energielieferant akzeptiert.

Aber auch nicht alle Kohlenhydrate braucht das Gehirn. So wird durch biochemische Prozesse Glukose gewonnen, die die Grundlage der Energie für unser leistungsfähiges Denkorgan darstellt. Glukose selbst wird in zwei Formen unterschieden (D- und L-), von denen lediglich die sogenannte D-Glukose ausschlaggebend ist. Diese kennt man auch unter dem Namen Traubenzucker.

Um das zu verdeutlichen: Während des Ruhezustandes verbraucht ein Erwachsener um die 60% der Glukosereserven. Bei Kindern liegt der Wert sogar höher, da vor allem im ersten Jahrzehnt eine verstärkte Gehirnentwicklung statt findet.

Und was bedeutet das nun fürs Lernen?
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Lernen und das Frühstück im Zusammenhang

Wie bereits geschrieben, verbraucht unser Gehirn jede Menge Glukose, wenn es aktiv ist. Das gilt sowohl für die körperlichen als auch geistigen Aktivitäten.

Vor dem Frühstück liegt praktisch das Abendessen. Wenn wir um 18 Uhr essen und wir um 6 oder 7 aufstehen, dann liegen 12 bis 13 Stunden Zeit dazwischen. Von diesen 13 Stunden entfallen 7 auf den Schlaf, somit also eine Ruhephase, und 6 auf (wenn auch geringe) Denkaktivitäten. Da während der Ruhephase um die 60% des gesamten Glukosebestandes aufgebraucht wird und in der Zeit davor ebenfalls Glukose verbraucht wurde, bleibt nur eine Schlussfolgerung: Der Glukosespeicher ist morgens leer.

Was passiert also, wenn wir morgens ohne Frühstück aus dem Haus gehen? So gesehen gar nichts. Unsere Energiereserven sind leer. Irgendwann gegen 10 kommt vielleicht ein Brötchen und ein Kaffee oder man wartet halt auf das Mittagessen. Und wie viel Zeit ist bis dahin vergangen? 16 bis 17 Stunden bzw. wenn es aufs Mittag hinaus läuft, dann wohl 19 bis 20 Stunden!!! Den gesamten Vormittag über fühlen wir uns unkonzentriert, unaufmerksam, schlapp und „es ist überhaupt nicht mein Tag“ ist die Aussage, die an dieser Stelle gewählt wird.

Da unser Gehirn bezüglich der Energieverwaltung intelligent haust, werden viele Funktionen bewusst in den Sparmodus gesetzt. Unsere Denkprozesse laufen also auf Sparflamme, wenn diese überhaupt laufen. Das Minifrühstück Kaffee+Brötchen liefert zwar einen kleinen Energievorrat, dieser ist jedoch ziemlich schnell aufgebraucht.

Wenn man bedenkt, was wir uns selbst durch den Verzicht auf das Frühstück antun, ist es dann noch ein Wunder, wenn wir uns morgens so schlapp fühlen? Ich denke nicht. Was aber kann man dagegen tun?

Das optimale Frühstück

Ob es das optimale Frühstück gibt, ist natürlich eine interessante Frage. Kohlenhydrate sind nämlich nicht gleich Kohlenhydrate. Diese werden noch in weitere Gruppen unterteilt, auf die ich hier nicht eingehen möchte, da die Artikellänge sonst gesprengt wird. Nachzulesen sind die Informationen auf Wikipedia.

Grundsätzlich können diese in schnell und langsam abbauende Gruppen unterschieden werden. Die schnell abbauende Kohlenhydrate-Gruppe ist zwar praktisch um kurzfristig einen Energieschub zu bekommen, dieser liegt allerdings im Bereich von wenigen Minuten. Wichtig ist eine durchgehende Energiezufuhr, um über den Tag verteilt die volle Leistung bringen zu können.

Diese durchgehende Energiezufuhr erreicht man vor allem mit einem vollwertigen Müsli oder dem Vollkornbrot, welches man morgens zu sich nimmt. Aber auch auf Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe sollte nicht verzichtet werden. Diese werden vor allem durch Obst und Gemüse am frühen morgen erreicht.

Aber Vorsicht! Zu viel des Guten schadet. Wer morgens mit dem Frühstück übertreibt, der ist Vormittags hauptsächlich mit der Verdauung beschäftigt. Diesen Effekt kennt man vor allem vom Mittagessen, wenn man zu viel zu sich genommen hat.

So würde zum Beispiel eine Schale Müsli, gemischt mit einer geschnittenen Banane, einem Apfel und einer Birne oder Orange einen guten Start in den Tag geben. Wer dabei noch ein halbes Vollkornbrot mit Honig zu sich nimmt, macht nichts verkehrt. Im Internet gibt es natürlich jede Menge Rezepte zu finden.
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Das Frühstück sollte auch nicht in Hektik eingenommen werden. Bedenkt man, wie wichtig diese Mahlzeit für den Tag ist, dann sollten 15-20 Minuten eine gute Investition darstellen. Dafür lohnt es sich definitiv morgens früher aufzustehen!

Fazit

Ich hoffe, ich konnte euch die Wichtigkeit des Frühstücks erklären. Wenn ihr also morgens optimal in den Tag starten wollt, dann nehmt euch ruhig die Zeit und frühstückt etwas. Wer das nicht macht, behindert sich letztlich selbst in seiner Entwicklung und versaut sich damit den Tag.

Wie ist es bei euch? Was und wann frühstückt ihr morgens?