Quelle: Flickr Zebramaedchen

Gehirndoping ist in. Heute wird bereits immer offenkundiger das eigene Lernverhalten mit Tabletten „optimiert“. Dabei sind die genauen Auswirkungen auf das Gedächtnis nicht bekannt bzw. die Frage, ob die Mittel auch das halten, was sie versprechen, nicht bewiesen.

Dennoch greifen viele bewusst zum Gehirndoping. Es sind die Prüfungsvorbereitungen, der stressige Alltag, besser sein als die anderen oder grundsätzlich das Verlangen nach schnellerem erledigen anderer Aufgaben um mehr Zeit für sich selbst zu haben.

Doch kann man damit tatsächlich die Ziele erreichen? Und wie verändert sich das Lernen mit Hilfe von Tabletten?

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Wer die Wahl hat, hat die Qual

Es gibt viele Gehirndopingmöglichkeiten. Zum einen sind da die natürlichen Mittel wie Cola, Kaffee oder Traubenzucker. Zum anderen sind die viel versprechenden Tabletten vorhanden, die immer mehr und mehr ins Licht rücken.  Der bekannteste Vertreter dieser Branche dürfte Ritalin sein, welches bereits von der großen Schicht der „Denkarbeiter“ eingenommen wird – und das obwohl es für ADHS-Patienten bestimmt ist. Aber auch andere Mittel wie Piracetam, Glutamin Verla, Modafinil usw. können bereits bezogen werden.

Laut einer Umfrage der DAK (Deutsche Angestelltenkasse) bekamen im letzten Jahr über 80% der Erwachsenen solche Mittel verschrieben ohne auch nur annäherungsweise etwas mit der Demenz zu tun zu haben. Mittlerweile sollen über 2 Millionen Menschen Tabletten probiert zu haben, 800000 nehmen diese regelmäßig.

Die Tablettenmarkt in diesem Bereich ist also richtig. Somit hat jeder praktisch die Qual der Wahl.

Auswirkungen der Tabletten auf das Lernen

Welche genauen Auswirkungen für die Lernleistung entstehen, ist bisher noch nicht erforscht. Dass die Tabletten allerdings das eigene Wohlgefühl und die Konzentration steigern, bestätigt nahezu jeder Gehirndoper. Und genau um dieses Gefühl geht es. Durch die Ich-schaffe-alles-Mentalität wird der Gepuschte viel aktiver und aufmerksamer. Dabei entsteht unter anderem ein größeres Interesse für den Lernstoff, da auch Glückshormone ausgeschüttet werden. Das Lernen bereitet somit auch mehr Spaß.

Die Tabletten haben aber auch eine Kehrmedaille: Sucht. Ritalin fällt unter das Betäubungsmittelgesetz, da diese nach einer regelmäßigen Einnahme süchtig machen. Wer will schon zurück in die „Steinzeit“, wenn er sich mit Hilfe kleiner Pillen in Hochstimmung versetzen kann. Abgesehen von der Sucht haben diese Medikamente Nebenwirkungen, die von Kopfschmerzen über Erbrechen bis zur Schlaflosigkeit reichen. Diesen, so wie weiteren Nebenwirkungen, wird allerdings keine Beachtung geschenkt, da der Effekt um so versprechender ist.

Gehirndoping und seine Zukunft

Die Pharmaindustrie hat aufgrund des großen Interesses den Markt bereits für sich entdeckt und forscht fleißig an weiteren Verbesserungen. Allerdings kommt hier die spannende Frage auf, wann endlich die Auswirkungen für gesunde Menschen genauer erforscht werden.

Hier spielt auch die Entwicklung der Gesellschaft eine große Rolle. Wenn wir weiterhin unsere „Computermentalität“ Schneller-Besser-Mehr beibehalten, werden solche Aufputschmittel zur Pflicht. An dieser Stelle empfehle ich den Artikel von Stephan Schleim, welcher sich mit dem Thema Gehirndoping und die Leistungsanforderungen näher auseinander gesetzt hat.

Mich persönlich würden die Auswirkungen auf das Gehirn (langfristig gesehen) interessieren. Aber auch die Veränderungen der Psyche der Gehirndoper wären sehr interessant. Schließlich muss sich ja jemand, der immer besser ist als die anderen, überlegener fühlen. Welche Auswirkungen hat das wohl auf das eigene Umfeld?

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Fazit

Ich selbst stehe Tabletten kritisch gegenüber. Die Pharmaindustrie ist eher daran interessiert den Menschen langfristig an sich zu binden, so dass eine Abhängigkeit von Vorteil wäre. Dies ist allerdings nicht der Hauptgrund, sondern eher die unbekannten Auswirkungen des Gehirndopings auf den Menschen.

Mit dem Gehirndoping versucht man auch die Schlafphasen zu verkürzen (schließlich sollte der Tag ja mindestens 25 Stunden haben), obwohl der Schlaf ein wichtiger Faktor für das Lernen ist.

Wie sieht es bei euch aus, habt ihr solche Mittel bereits probiert oder habt es in naher Zukunft vor?