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Gehirnjogging bringt nichts

28 Apr Geschrieben von | 4 Kommentare


Nach einer Studie britischer Forscher bringt Gehirnjogging nichts. Zwar erfolgt eine Verbesserung in der jeweils geübten Kategorie, jedoch wirkt sich dieser Erfolg nicht auf die anderen Gedächtnisleistungen aus.

Ist es also alles nur nutzloses Zeug und sollte diese Seite jetzt eingestampft werden?

Beschreibung der Studie

Gehirnjogging bringt nichts Bild: Marco Raaphorst, Flickr

Bevor ich auf diese Frage eingehe, möchte ich die Studie näher betrachten.

Insgesamt nahmen über 11000 Teilnehmer zwischen 18 und 60 Jahren an der Studie der Universität Cambridge, genauer des Medical Research Council, und des Senders BBC One teil.  Die Teilnehmer wurden in drei Gruppen eingeteilt.

Gruppe eins sollte mit Hilfe bekannter Programme das logische Denken und Problemlösungsverhalten trainieren. Gruppe zwei sollte anhand von Videospielen das Kurzzeitgedächtnis, Mathematik, räumliches Vorstellungsvermögen und Aufmerksamkeit trainieren. Die dritte Gruppe sollte lediglich einige Suchaufgaben im Internet erledigen.

Die Studie dauerte sechs Wochen lang. Dabei sollten die Teilnehmer mindestens drei mal die Woche mindestens zehn Minuten lang die Übungen absolvieren. Dabei wurde die Leistung in den jeweiligen Bereichen sowohl zu Beginn als auch am Ende der Studie gemessen.

Studienergebnis

Nach diesen sechs Wochen sollten die Studienteilnehmer ihre Leistungsfähigkeit in den jeweils anderen Bereichen beweisen. Das Ergebnis war sehr ernüchternd. Obwohl sich die eigene Leistung in den trainierten Bereichen verbesserte, hatte dies keine Auswirkungen auf die ungeübten Aufgaben.

Gruppe eins schnitt am Ende der Testzeit bei den Aufgaben der Gruppe zwei genau so wie zu Anfang ab. Umgekehrt war es nicht anders. Auch die dritte Gruppe brachte keine sonderlichen Leistungssteigerungen bei den Aufgaben der anderen Gruppen.

Vor allem die allgemeine geistige Leistungsfähigkeit hat sich nicht verändert. Dies wurde anhand von vier zur Leistungsmessung üblichen Benchmarktests ermittelt.

Schlussfolgerungen der Studie

Auch die Schlussfolgerung war einfach und präzise formuliert: Gehirnjogging bringt gar nichts. Zwar verbessert man sich in den trainierten Bereichen, jedoch ist es etwas normales und hat nichts mit Gehirnjogging zu tun sondern eher mit dem regelmäßigem Üben.

Somit dürfte das Bild entstanden sein, dass sicherlich viele enttäuschen sollte. Allerdings wurden einige Aspekte nicht näher betrachtet, so dass die Studie einige Lücken aufweist.

Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Fachmagazin Nature veröffentlicht.

Offene Fragen zur Studie

Die gesamte Zeit, die für das Training aufgewendet werden musste, betrug lediglich mindestens drei Stunden. In dieser Hinsicht wurde der Punkt, dass es einige Zeit benötigt bis man sich in die Aufgabe “vertieft”, nicht näher betrachtet. Das hat zur Folge, dass von den mindestens zehn Minuten effektiv gesehen fünf bis sieben Minuten für das Training aufgewendet wurden. Ob das ausreichend für das Training ist?

Ein weiterer Punkt, der hier herausspringt, ist die Gleichstellung aller Gehirnjoggingprogramme. Und das obwohl die Unterschiede nicht zu vernachlässigen sind. Zudem wurde nicht beachtet in welchem Leistungszustand sich die Menschen während der Teilnahme befanden. Das hat aber große Auswirkungen auf den Erfolg.

Fazit zum Gehirnjogging

Diese Seite wird und sollte natürlich auch nicht eingestampft werden. Auf einer Seite wurden bei der Studie “nur” die üblichen Gehirnjogging-Bereiche betrachtet, während die Mnemotechniken außerhalb der Betrachtung blieben. Zum anderen basieren die Merktechniken auf einem komplett anderen Prinzip, da hier tatsächlich Techniken vermittelt werden, welche weitläufig eingesetzt werden können.

Ich bin gespannt wann eine Studie zum Nutzen der Mnemotechniken heraus kommt bzw. welche Ergebnisse diese mit sich bringt.

Wer mehr über die Studie erfahren möchte oder sich selbst einen Eindruck verschaffen will, kann dies über die BBC-Seite machen. Neben den eingesetzten Spielen finden sich dort auch die Ergebnisse. Auch der Artikel aus der Nature ist online nachlesbar.

In dieser Hinsicht interessiert es mich was ihr für Erfahrungen gemacht habt. Habt ihr bisher versucht mit Hilfe von Gehirnjogging-Programmen eure Leistung zu steigern? Oder waren es bisher normale Spiele wie Rätsel und Sudoku? Oder seid ihr gerade an den Mnemotechniken dran?

Über

Sergej Jost setzt sich auf diesem Blog mit Gedächtnistechniken und den Themen Lernen, Merken und Erinnern von Informationen auseinander.

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  1. schneller_merker28-Apr-2010

    Ich kann mir rein logisch nicht vorstellen, dass solche Spiele tatsächlich insgesamt klüger machen. Statt dessen wird nur ein bestimmter Teil des Gehirnt trainiert und irgendwann beherscht man etwas besonders gut.

    Aber beispielsweise Alles was mit Emotionen zu tun hat, kann man damit gar nicht trainieren.

  2. Sergej Jost29-Apr-2010

    Das stimmt. Vor allem die Emotionen sind ein sehr sehr wichtiger Bestandteil des Merkens. Wenn man logisch überlegt, dann ist nahezu alles, was wir uns gemerkt haben, irgendwie mit Gefühlen verbunden.

  3. Anne08-Okt-2011

    Hallo Sergej,
    drei mal pro Woche und dann nur 10 Minuten, das ist sicherlich zu wenig. Ich denke, es kommt außerdem auf ein möglichst breit gefächertes Übungsspektrum an. Unser Gehirn hat eben seine unterschiedlichen Bereiche. Wenn man nur einen Bereich trainiert, kann dieser sein Potenzial nicht ausschöpfen. Wenn man aber alle Bereiche regelmäßig (auch über längere Zeit) trainiert, dann ergänzen sie sich. Ich persönlich halte mich auch gerne mit Quizfragen fit. Das bringt nebenbei eine Menge Spaß und lockert den Kopf für die anderen Übungen. Wie schneller_merker oben schon meinte, die Emotionen müssen auch stimmen, es muss also Spaß bringen, sonst nützt es kaum.
    Gruß
    Anne

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