Die Gehirnforschung ist eines der spannendsten Themen und hat sich seit den neunziger Jahren sehr stark weiter entwickelt. Dabei wird die Funktionalität des Gehirns erforscht – u.a. mit dem Ziel unsere Lernfähigkeit besser zu verstehen.

Genau das passiert ebenfalls in dem Buch „Lernen: Gehirnforschung und die Schule des Lebens“ von dem Autor Manfred Spitzer. Er selbst ist eine bekannte Persönlichkeit auf dem Gebiet der Neurowissenschaften und hält auch regelmäßig Vorträge zu den Themen Lernen und Lernforschung. Um welche Inhalte geht es?

Worum geht es in dem Buch?

Auf über 500 Seiten greift der Autor das Thema Lernen auf und zeigt erstmal, was Lernen überhaupt ist. Dabei geht er darauf ein, wie wir überhaupt lernen und was dabei im Gedächtnis passiert. Themen wie „Lernen im Schlaf“ werden ebenfalls aufgegriffen. Doch nicht nur die Erklärung dessen, was Lernen ist, sondern auch was Lernen beeinflusst, wird deutlich dargestellt – z.B. im Kapitel zu Motivation.

Interessant ist auch die Auseinandersetzung mit dem lebenslangen Lernen und der Unterscheidung in das Schul- und Lebenslernen. Damit keine Missverständnisse entstehen: das – somit also den Unterschied – gibt es nicht. Wir lernen immer. Überall.

Spannend ist ebenfalls das Kapitel zum Thema Fernsehkonsum und was wir dabei lernen. Auch die Auswirkungen bzw. die Hintergründe der Pisa-Ergebnisse werden beleuchtet.

Praxistauglich?

Das Buch ist aus dem Jahr 2002 bzw. 2006. Und somit kann man es zu den älteren in der Neuro(bio)logie zählen. Die Forschungen der Neurobiologie schreiten von Tag zu Tag voran. Nichtsdestotrotz sind die Erkenntnisse in diesem Buch eine gute Grundlage für das Verstädnis unseres mächtigsten Organs – des Gehirns.

Daher sind die in dem Buch vorgestellten Erkenntnisse für den Alltag nützlich. Nach dem Lesen wird das Verständnis für die Arbeitsfähigkeit unseres Denkapparates steigen, so dass der Einzelne bewusster mit dem Thema Lernen umgeht.

Kritik

Bedenken sollte man bei dem Buch, dass der Forschungsstand etwas älter ist. Wie ich bereits schon geschrieben habe, schreitet die Neurologie-Forschung voran. Daher sollten einige Erkenntnisse vorsichtig genossen werden.

Durch Themen wie Religionsunterricht oder Fernsehkonsum entfernt sich der Autor leider etwas von dem ursprünglichen Thema. Schließlich sind beide etwas umfangreicher. Auch der Ausblick in die Zukunft ist ziemlich gewagt.

Fazit

Das Buch ist auf jeden Fall empfehlenswert. Empfehlenswert, weil man dabei erfährt was eigentlich im Gehirn beim Lernen passiert und was einen beim Lernen motiviert.

An das Buch darf man allerdings nicht den Anspruch stellen, dass anschließend einige Techniken bekannt sind, mit denen das Gedächtnis direkt verbessert werden kann.

Du kannst das Buch natürlich bei Amazon kaufen. Bei dem Preis von 20€ kann man auch nicht meckern. Hast du das Buch ebenfalls schon mal gelesen? Dann schreibe doch mal über deine Erfahrungen damit.