Abstrakte Begriffe sind ein Problem, welches jedem zu schaffen macht. Darunter fallen zum Beispiel die Vokabeln aber auch Fremdwörter. Ich habe bereits in einem Artikel beschrieben wie man Vokabeln richtig leicht lernen kann, der deutlich gezeigt hat, dass solche Begriffe kein Problem darstellen. Angewandt habe ich dabei die Schlüsselwortmethode.

Ich weiß, ich weiß: ich hätte diese vorher vorstellen sollen. Dies möchte ich jedoch nachholen und etwas genauer erläutern wie man mit der Schlüsselwortmethode lernen kann.
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Grundlagen der Schlüsselwortmethode lernen

Die Schlüsselwortmethode dient dazu ein sich schwer zu merkendes Wort oder Wörter in ein Schlüsselwort zu verändern, welches man sich besser merken kann. Dabei spielt das Schlüsselwort die Rolle des Schlüssels, wie der Name es schon sagt. Es ist praktisch der Schlüssel zur Tür des Ursprungswortes. Dieses Schlüsselwort stellt sozusagen die Verbindung zwischen dem Ursprungswort und der Bedeutung dessen dar.

Es ist ein leichtes System, was jeder bisher sicherlich erfolgreich genutzt hat. Diese Nutzung erfolgte aber wie so oft unbewusst und somit nicht effektiv genug. Das Vorgehen ist leicht:

  1. Das Fremdwort wird in ein bildhaftes Schlüsselwort umgewandelt
  2. Die Bedeutung des Fremdwortes und das Fremdwort selbst werden zu einem eigenen Bild, einer Geschichte oder auf einen Routenpunkt in der Vorstellung abgebildet.

Man sieht es sofort, dass es nicht schwer ist. Und doch gibt es noch einige Punkte zu beachten, die du bewusst steuern kannst um den größtmöglichen Effekt aus dem Lernen mit dieser Methode herauszuziehen.

Tipps zum Lernen mit der Schlüsselwortmethode

Der wichtigste Tipp ist wohl das Vertrauen in die Methode und auf die eigene Kreativität. Am Anfang entstehen gewisse Unsicherheiten bezüglich des Nutzens der Methode und der Einzelne neigt schnell dazu aufzugeben. Gründe sind unter anderem, dass einem kein passendes Bild einfällt, es einem schwer erscheint und die alte Lernweise ja sowieso viel besser war. Es ist natürlich jedem selbst überlassen ob er zurück in die alten Lerngewohnheiten fällt und sich dem Neuen gegenüber verschließt. Was aber verliert man, wenn diese Methode für wenigsten 2 (aktive!) Wochen eine Chance bekommt? Gar nichts! Habt Vertrauen, dass euer Gedächtnis euch mit immer mehr und mehr Übung auch viel kreativere Bilder liefert!

Jeder von uns hat bisher unterschiedliche, einzigartige Erfahrungen gemacht, die ihn zu dem Menschen geformt haben, der er heute ist. Dementsprechend arbeitet auch das Gedächtnis und somit die Kreativität bei jedem anders. Aus diesem Grund entstehen auch vollkommen unterschiedliche Bilder bei jedem Menschen. Wenn du deinem Nachbar erzählst, wie du dir den Lernstoff gemerkt hast, dann wird er sich nicht unbedingt alles unter den gleichen Schlüsselwörtern merken. Aus diesem Grunde lautet hier der Tipp: eigene Schlüsselwörter suchen! Diese lassen sich nämlich auch am besten merken. Das bedeutet zwar (gefühlt) mehr Arbeit, diese zahlt sich aber mehrfach aus.

Jedes einzelne Schlüsselwort soll verrückt, merkwürdig, verwirrend, erotisch, traurig, lustig – hauptsache ungewöhnlich – sein! Emotionen sind das A und O beim Lernen. Diese sorgen vor allem dafür, dass wir stärkere Verknüpfungen mit dem Lernstoff aufbauen. Je seltsamer das Schlüsselwort, desto besser lässt es sich merken.

Um sich die Ursprungswörter zu merken, werden die Schlüsselwörter und die Bedeutung der Wörter miteinander verknüpft. Dabei kann sowohl eine Geschichte gebildet, ein neues Bild erstellt oder  das Schlüsselwort und die Bedeutung auf einen Routenpunkt abgelegt werden. Auch hierbei gilt es diese Kombination so verrückt und ungewöhnlich wie möglich zu gestalten.
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Schwierigkeiten beim Lernen mit der Schlüsselwortmethode

Wie bereits vorher erwähnt, ist einer der großen Probleme das mangelnde Vertrauen in diese neuen Techniken. Das ist auch verständlich. Schließlich hat man Jahrzehnte irgendwie mehr schlecht als recht andere Methoden „angewandt“ und nun soll man etwas neues wagen! Und dazu auch noch aktiv werden. Ich appelliere an dieser Stelle an das Vertrauen in die neuen Methoden. Es wird nicht alles perfekt von Anfang an klappen. Aus diesem Grunde sollte man nicht zu hohe Erwartungen für den Anfang aufbauen. Doch nach und nach wird die Schlüsselwortmethode (genau wie andere Lernmethoden) immer vertrauter und die Erkenntnis, wie effektiv diese Techniken doch sind, nicht lange auf sich warten lassen! Die Devise lautet also: Nicht aufgeben!

Die Schlüsselwortmethode ist aber auch kein Allheilmittel. Erst in Kombination mit anderen entfaltet diese ihre volle Wirkung. Zudem entstehen auch häufig Verwechslungen bei ähnlich klingenden Ursprungswörtern. Hier gilt es am besten den Unterschied dieser Wörter mit einzubauen.

Um die Schlüsselwortmethode zu verdeutlichen, habe ich einige Vokabelbeispiele im Artikel zum leichten Lernen von Vokabeln aufgeführt.

Und wie ist es bei dir? Hast du diese Methode bereits unbewusst genutzt? Oder ist diese neu für dich?