Lernen zu lernen – der Titel erschien mir interessant, so dass ich zugreifen musste. Wir wissen ja meist was wir lernen wollen bzw. sollen. Doch oft happert es an der Erkenntnis wie wir dieses Wissen lernen und erwerben können. Gerade in der Schule oder im Studium ist es sehr frustrierend, wenn man sich mehr mit Ach und Krach durch kämpfen muss.Denn das „Wie“ wird beim Lernen zu selten aufgegriffen bzw. eher theoretisch abgehandelt.

Daher habe ich diese Woche das Buch „Lernen zu lernen“ von Martin Schuster und Werner Metzig gelesen, welches sich auf das „Wie lernen“ konzentriert. In diesem Beitrag möchte ich euch meine Erfahrungen zu dem Buch mitteilen. Auch die Frage ob es sich lohnt das Buch zu lesen und für wen es sich lohnt, greife ich auf.

[heading h=“3″]Inhalte bes Buches Lernen zu lernen[/heading]

Im ersten Kapitel „Wie das Gedächtnis arbeitet“ werden Grundlagen zur Funktions des Gedächtnisses erklärt. Dabei gehen die Autoren u.a. auf das Dreispeichermodell – bestehend aus dem Sensorischen Speicher, dem Kurzzeitspeicher und dem Langzeitspeicher – ein und erklären zu welchem Zweck diese da sind und wie man diese bewusst nutzen kann.

Im zweiten Kapitel „Lernverhalten“ wird das Lernverhalten im Ganzen beleuchtet. Die Wichtigkeit des Arbeitsortes, des Arbeitsplatzes und der Arbeitszeit werden genau erklärt und mit einer Checkliste für die Erstellung eines eigenen Arbeitsplans unterstützt. Auch das Lernen selbst wird nochmal in unterschiedliche Funktionen unterschieden und auf die individuellen Schwerpunkte der Lernenden eingegangen.

Kapitel drei „Bildhafte Vorstellungen“ greift die klassischen Lerntechniken auf. Dazu gehören die Loci-Technik – die ich bereits in den Grundlagen zur Loci-Methode aufgegriffen habe –  aber auch weitere Techniken wie die Schlüsselwortmethode und weitere bildhafte Gedächtnistechniken.

Lerntechniken für Zahlen, Buchstaben und Namen“ als viertes Kapitel behandelt unterschiedliche Systeme, mit denen man sich die genannten Elemente besser merken kann. Viele der auf Lernen-Merken-Erinnern.de vorgestellten Techniken werden auch hier intensiver behandelt.

Die „Organisation des Lernstoffs“ stellt ein wichtiges Element dar und wird im fünften Kapitel aufgegriffen. Hierbei wird die Arbeit des Kurzzeit- und Langzeitgedächtnisses aufgegriffen und unter dem Punkt Lernstofforganisation erklärt. Im Unterkapitel Mind-Mapping wird erklärt wie mit MindMaps gelernt werden kann und wie diese aussehen sollten bzw. aufbereitet werden können.

Das sechste Kapitel „Tiefe der Verarbeitung“ greift nochmal das Thema Wiederholungen auf und verdeutlicht warum das Sprichtwort „nur die Übung macht den Meister“ so wichtig ist.

Im siebten Kapitel „Lernen durch Analogiebildung“ wird erklärt wie wir komplexe Sachverhalte durch Analogien uns zunutze machen können und damit das Lernen uns selbst erleichtern.

Auch das Thema Suggestopädie bzw. Superlearning, welche in den 90er Jahren eine starke Verbreitung hatten, wird aufgegriffen und genauer beleuchtet – im Kapitel acht „Suggestopädie/Superlearning“.

Dass Angst sich auf das Lernen auswirkt und Lernblockaden hervorrufen kann ist allgemein bekannt. Warum das der Fall ist und was Lernangst überhaupt ist, erklären die Autoren im neunten Kapitel „Lernen, Angst und Kränkung“.

Im zehnten Kapitel greifen die Autoren „Lernprodukte und Nützliches im Internet“ auf und geben die eigene Meinung zu unterschiedlichen Lernformen ab.

Abgeschlossen wird das Buch durch das Kapitel elf „Lernen aus Büchern, lernen im Leben“, in dem die Bedeutung dieser beiden Bereiche und der Lernerfolg in jedem der Bereiche kurz angerissen wird.

Danach folgt eine lange Literaturliste mit weiteren Büchern. Am Ende gibt es noch ein Sachverzeichnis mit unterschiedlichen Stichworten zum Nachschlagen.

[heading h=“3″]Resümee zum Buch Lernen zu lernen[/heading]

In dem Buch „Lernen zu lernen“ werden auf den wenigen Seiten sehr viele Themen aufgegriffen – und das mit Erfolg. Mit hat besonder der Bezug zur Praxis und die Erklärung wo die einzelnen Techniken genutzt werden können gefallen. Auch die Beschreibung aus wissenschaftlicher Sicht und die Belegung durch unterschiedliche Quellen spiegelt die wissenschaftliche Orientierung des Buches.

Was klar hervorgeht ist auch die Einschränkung der Techniken – was oft vergessen wird. Ich fand das Kapitel „Suggestopädie“ sehr interessant, da ich mich in das Thema bisher wenig eingelesen habe. Schließlich steckt dahinter das Prinzip des leichten Lernens und viele Lernprodukte bauen auf diesem Ansatz auf.

[heading h=“3″]Fazit – Für wen eignet sich das Buch?[/heading]

Grundsätzlich für jeden, der einzelne Gedächtnistechniken mit Praxisbeispielen dargestellt und erklärt haben möchte und für Menschen die an dem wissenschaftlichen Hintergrund dieser Techniken interessiert sind.

Die vorgestellten Techniken können direkt in der Praxis umgesetzt werden und unterstützen euch mit Sicherheit beim Bewältigen des Lernstoffes. Das Versprechen „Wie man lernt“ hat das Buch auf jeden Fall erfüllt.

Uninteressant ist das Buch für diejenigen, die sich schon mit den unterschiedlichen Gedächtnistechniken auskennen. Diese erleben das Buch eher als eine Auffrischung, was für die Wiederholung gar nicht mal so schlecht ist.

Erwerben könnt das Buch „Lernen zu lernen“ als Taschenbuch oder als Ebook bei Libri für 19,95€.

Falls ihr das Buch bereits gelesen habt, würde mich natürlich eure eigene Meinung dazu interessieren. Wie fandet ihr es? Welche Erkenntnisse habt ihr daraus gewonnen?