Auch Mindmaps sind ein klassisches Lernmittel, welches in Verbindung mit anderen Lerntechniken sehr gute Wirkungen erzielen. Diese dienen vor allem dazu eine Übersicht über den gesamten Lernstoff zu gewinnen und somit effektiver – vor allem aber gehirngerecht – zu lernen.

Ein Überblick soll vor allem das Gefühl der Machbarkeit erwecken und eine Zeiteinschätzung zum Erlernen des Stoffes vermitteln. Die Mindmaps stellen nichts anderes als einen Baum dar, welchem nach und nach die Äste und Zweige wachsen. Diese Zweige symbolisieren das vertiefende Wissen, welche – je nach Baum – früher oder später Früchte tragen.

Kombiniert mit den Lerntechniken steht dem gehirngerechten Lernen nichts im Weg. Doch wie genau soll das funktionieren?
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Mindmaps erstellen um gehirngerechter zu lernen

Bevor man mit Mindmaps lernen kann, müssen diese erstellt werden. Das geschieht in 3 einfachen Schritten

  • Thema zentral notieren
  • Schlüsselwort-Äste aufbauen
  • Unterzweige aufbauen

Thema zentral notieren

Für den Anfang benötigt man ein Blatt, welches quer gelegt wird. Anschließend wird das Thema in der Mitte des Blattes notiert. Dabei sollte vor allem die Kreativität und die künstlerische Fähigkeit zum Zuge kommen. Welche Gedanken entstehen bei dem Titel? Und wie können diese bildlich dargestellt werden?

Dieser Schritt dient der Einstimmung auf das Thema. Dabei soll das eigene Wissen aktiviert werden, so dass das neue Wissen besser angeknüpft werden kann.

Schlüsselwort-Äste aufbauen

Jedes Thema kann weiter untergliedert werden. So hat zum Beispiel ein Buch mehrere Kapitel, welche sich gut als Äste für den Oberbegriff eignen. Dabei sollen die Überschriften nicht 1 zu 1 übernommen werden, sondern unter einem zentralen Schlüsselwort gepackt werden. Wenn es unvermeidbar ist, so können auch 2 Wörter den Schlüsselbegriff bilden. Auch hier schadet es nicht sich künstlerisch zu betätigen und genauer darüber nachzudenken, ob und welches Bild zu dem Schlüsselwort passen würde.

Dieser Schritt dient ebenfalls der etwas tiefer gehenden Einstimmung auf das Thema. Vor allem der rote Faden soll hier als Erkenntnis gewonnen werden. Dies wird durch die Verschaffung eines Überblicks über die einzelnen Äste erreicht.
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Unterzweige aufbauen

Nun kann basierend auf dieser Übersicht jeder einzelne Ast weiter vervollständigt werden. Dabei befasst man sich mit jedem einzelnen Kapitel eingehender. Der Vorteil von Büchern, so wie jeder anderen Textform, ist, dass diese in Absätze unterteilt sind. Jeder einzelne Absatz enthält einen Kerngedanken, den es herauszuarbeiten gilt. Dieser Kerngedanke, welcher ebenfalls als Schlüsselwort verpackt werden kann,  ist nichts anderes als ein Zweig des dazugehörenden Astes.

Nach diesem Schritt sollte eine gesamte Übersicht über den Lernstoff vorhanden und der rote Faden weiter ausgebaut werden.

Und was ist mit Abweichungen?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mehr als 3 Ebenen auf einem Blatt nicht empfehlenswert sind. Ein Grund ist die entstehende Übersichtslosigkeit, welche das spätere vertiefen des Lernstoffes erschwert. Falls zum Beispiel mehrere Unterkapitel existieren, so empfiehlt es sich Unter-Mindmaps zu erstellen. Dazu nimmt man ein neues Blatt, bei dem ebenfalls alle 3 Schritte angewendet werden.

Alle Schritte haben eins gemeinsam: Sie helfen das Thema vom Allgemeinen zum Spezifischen bzw. vom Leichten zum Schweren zu erfassen. Nach und nach wird der Lernstoff erweitert, so dass das Verständnis für die Materie immer weiter wachsen kann. Ich empfehle die Mindmaps von Hand zu erstellen, da diese „Handarbeit“ dazu führt, dass wir uns mit den Lernstoff intensiver auseinandersetzen.

Nach diesen Schritten gilt es die Mindmaps zu  lernen. Dieser Schritt ist ganz simpel, da hier die üblichen Lerntechniken zum Einsatz kommen.

Einsatz der Lerntechniken mit Hilfe von Mindmaps

Das Einprägen der Mindmaps erfolgt unter Einsatz

  • der Schlüsselwortmethode,
  • der Loci-Methode und
  • der Geschichtenmethode.

Sollte es ein Geschichtsbuch sein, welches zu merkende Geschichtsdaten enthält, so kann auch das Mastersystem zum Einsatz kommen. Wie können diese Techniken hier eingesetzt werden?

Der Einsatz der Loci-Methode

Da die Mindmaps mit Hilfe von Ästen und Zweigen aufgebaut wurden, kann die Loci-Methode mit ihren Routenpunkten ideal eingesetzt werden. Jeder einzelne Ast bzw. Zweig stellt dabei einen Punkt dar, welcher gemerkt werden kann.

An dieser Stelle betone ich nochmal, dass eine größere Anzahl an Routenpunkten sehr praktisch ist. Wie leicht Routenpunkte zu erstellen sind, erkennt man zum Beispiel am Projekt Haus.
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Der Zweck der Schlüsselwortmethode

Auf jedem Ast bzw. Zweig befindet sich ein Schlüsselwort, welches den Grundgedanken des jeweiligen Abschnittes oder Absatzes bildet. Falls dieses Schlüsselwort bereits ein eigenständiges Bild ist, so muss es nicht weiter betrachtet werden. Wenn es allerdings ein abstrakter Begriff ist, so kann es wie eine Vokabel betrachtet und mit der Schlüsselwortmethode optimiert werden. Dabei wird das Wort in ein ähnliches klingendes Wort umgewandelt, welches man sich bildlich vorstellen kann.

Das Gedächtnis lernt bildgebende Wörter viel leichter als abstrakte Begriffe. Falls man also die Mindmap memorieren möchte, ist es hilfreich wie beschrieben vorzugehen. Um das Ganze noch abzurunden, kommt die Geschichtenmethode zum Einsatz.

Die Geschichtenmethode als Brückenelement

Die Geschichtenmethode dient vor allem dazu die Äste mit den Zweigpunkten zu verbinden. Es genügt bereits eine einfache Geschichte zu erstellen, welche zu Anfang den Astnamen und anschließend die Zweigwörter einbindet. Hier kommen vor allem die durch die Schlüsselwortmethode umgewandelte, bildliche Begriffe zum Einsatz. Kombiniert mit einem Punkt aus einer Route ist das Wissen schnell erwerbbar.

Diese Methode gleicht vor allem den Mangel an Routenpunkten aus, da auf einen Punkt bis zu 4 Begriffe kommen können. Mehr Begriffe empfehle ich nicht, da dies zu einem durcheinander in der Reihenfolge der Geschichten führen kann. Wer allerdings ausgefeilte Geschichten erfindet, in denen die Begriffe in der richtigen Reihenfolge aufkommen, kann natürlich auch mehr Begriffe verwendet. Einfach mal ausprobieren!

Fazit

Auch wenn es auf den ersten Blick kompliziert aussieht, sind es einfache Schritte, die leicht nachzuvollziehen und nachzuahmen sind. Es gilt die Devise Mut zu beweisen und auf etwas Neues einzulassen.

Nach dem Lernen der Mindmaps sollte ebenfalls der Prüfungsschritt nicht vernachlässigt werden. Damit soll vor allem sicher gegangen werden, dass alles sitzt.

Mindmaps können aber auch zu anderen Zwecken, wie zum Beispiel Vorbereitung einer Rede, eingesetzt werden. Dabei gilt es die gleichen Schritte zu befolgen.

Probiert das mal aus und gebt den neuen Methoden einfach eine Chance. Gehirn-gerechtes und spaßiges  Lernen sind garantiert! Und Spaß beim Lernen ist das wichtigste Kriterium!