Das bekannte Thema Namen merken: Wer kennt nicht die Situation? Man trifft eineN alteN BekannteN und die/der spricht einen zur Begrüßung mit dem Namen an. Einem selbst fällt jedoch der Name nicht ein. Er liegt zwar auf der Zunge aber will nicht raus. Und dann kommt der Satz „Entschuldige, ich konnte mir deinen Namen beim letzten Mal nicht merken“ oder „Ich habe deinen Namen vergessen“.

Namen besser merkenDiese Situation ist für beide Seiten unangenehm. Die Gegenseite glaubt im schlimmsten Fall nicht bedeutungsvoll genug zu sein und kreidet es einem negativ an. Man selbst bekommt das Gefühl, dass das eigene Gedächtnis schlechter wird. Es entstehen Glaubenssätze wie zum Beispiel „Mein Namensgedächtnis ist schlecht“ oder „Ich kann mir nie Namen merken!“. Und diese werden dann zu selbsterfüllenden Prophezeihungen.

Doch es muss nicht immer so sein!

Namen merken als Grundlage

Meiner Meinung nach ist die Fähigkeit sich Namen zu merken eine wichtige Grundlage im heutigen Alltag. Uns begegnen immer Menschen. Und ganz ehrlich: wie fühlt es sich an, wenn die gegenüber stehende Personen den eigenen Namen vergessen hat?

Bei den Gedächtnismeisterschaften ist das Merken von Namen eine eigene Kategorie. Dabei werden einzelne Gesichter und Namen vorgegeben, die in einer begrenzten Zeit gemerkt werden müssen.

Dieser Beitrag entsteht unter anderem aus den folgenden 3 Gründen:

  1. Namen merken ist eine wichtige Fähigkeit
  2. Das Projekt Deutschland beinhaltet das Merken der Namen der aktuellen Regierungspersönlichkeiten
  3. Ich werde öfters gefragt warum das Namensgedächtnis so schlecht ist

Im Sinne von Lerntechniken stelle ich hier einige Tipps & Tricks zum merken von Namen, die einem im Alltag – vorausgesetzt man wendet diese auch an – das Leben mit den Mitmenschen erleichtern.

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Allgemeine Tipps und Tricks zum Merken von Namen

Ich fange mal mit allgemeinen Tipps und Tricks an, die keiner besonderer Zusatzarbeit bedürfen.

Dem Namen mehr Aufmerksamkeit schenken
Wenn sich eine Person mit dem Namen vorstellt, dann schenkt diesem doch eine Aufmerksamkeit. Fragt nach woher der Name kommt und was er eventuell bedeutet.

Diese Aufmerksamkeit dem Gegenüber und seinem Namen hat unter anderem die Wirkung, dass sich der Mensch ernsthaft wahrgenommen fühlt und der Name einem eher hängen bleibt. Zudem erfährt ihr auch gleich einige Hintergründe zu der Person euch gegenüber.

Tipp: Schenkt dem euch soeben vorgestellt Namen eine größere Aufmerksamkeit und ihr nehmt diesen bewusster auf.

Namen wiederholen
Wenn die Japaner eine Visitenkarte in die Hand gedrückt bekommen, so schauen sie sich diese genauer an. Dabei wird auch direkt der Name ausgesprochen und man wird darum gebeten die Aussprache zu korrigieren, falls etwas nicht richtig gesagt wurde.

Diese Wiederholung führt dazu, dass auch das Klangbild des Namens bei euch bewusst ankommt.

Tipp: Wiederholt ruhig den Namen, indem ihr diesen aussprecht. Auf diese könnt ihr euch den Namen besser merken.

Interesse für den Namen entwickeln
Dieser Punkt ist zum Teil auch den oberen Punkten zuzuordnen, verdient jedoch meiner Meinung nach einen eigenen Punkt. Seid an dem Namen und der Person interessiert! Zur Not könnt ihr euch das Interesse selbst „heucheln“, indem ihr die eigene Einstellung bewusst verändert.

Dieses stärkere Interesse führt dazu, dass das Merken des Namens erleichtert wird. Die Fokusierung ist ein wichtiger Punkt!

Tipp: Weckt ein stärkeres Interesse!

Tipps und Tricks zum Namen merken mit System

Ihr könnt euer Namensgedächtnis natürlich auch mit Lerntechniken unterstützen. Eigentlich würde hier das Wort Aufmerksamkeitsverstärkung besser passen. Um nichts anderes geht es im Allgemeinen! Im Detail schon 😉

Die Namen werden natürlich in Vor- und Nachnamen unterschieden. Fangen wir mal mit den Vornamen an.

Vornamen merken
14,22% gehörten den 20 beliebtesten Vornamen im Jahr 2009. Es sind tatsächlich meistens sehr wenige, die sehr häufig vorkommen.

Um euch die Vornamen besser merken zu können, verbindet das Gesicht der Person mit einer euch bekannten Person, die den gleichen Vornamen hat. Überlegt was diese gemeinsam haben. Stellt euch visuell vor, wie sich beide (oder mehrere Personen mit dem Vornamen) gegenseitig umarmen.

Bisher unbekannten Vornamen könnt ihr einfach in ein Bild umwandeln. Welcher Klang oder Reim passt zu diesem Vornamen? Lasst eurer Fantasie den freien Lauf!

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Nachnamen merken
Für die Nachnamen gelten zum Teil die gleichen Tipps wie für die Vornamen. Nehmt die euch bekannten Personen mit dem gleichen Nachnamen und untersucht die Gesichter oder den Körper auf Gleichheiten. Verbindet die Menschen miteinander. Alles erfolgt natürlich nur rein visuell vor dem geistigen Auge :)

Die Nachnamen haben noch eine weitere Eigenschaften: Sie sind in 5 Kategorien einteilbar. Anhand dieser Einteilung lassen sich Namen in bestimmte visuelle Schachteln packen. Damit wird es leichter Verknüpfungen zwischen Menschen und Namen zu bilden.

Name ist bereits Programm: Der Nachname ist bereits ein Beruf! Das trifft vor allem auf die Nachnamen wie Bäcker, Müller, Koch, Schneider, Fischer usw., die diesem Bereich angehören. Diese Nachnamen lassen sich sehr gut merken, da diese bereits ein Bild darstellen. Und was hindert einen daran, sich Frau Bäcker als einen tatsächlichen Bäcker vorzustellen, die einem die Brötchen morgens zu Hause zubereitet? Sie muss es ja nicht erfahren 😉

Namen mit Bedeutung: Die Nachnamen Klein, Mauer und Schwarz stellen ebenfalls eine Gruppe dar. Aber auch Titel wie König haben bereits eine Bedeutung. Um sich diese Namen zu merken, kombiniert man ebenfalls rein visuell den Menschen mit seinem Nachnamen. Warum sollte Herr Mauer nicht einfach die Mauer errichten? Oder vielleicht gegen die Mauer laufen?

Ähnlich klingende Namen: Schmitt klingt doch genau so wie Schmied oder? Dann wäre es Ideal sich Herr Schmitt als einen Schmied vorzustellen, der gerade 2 mal den Buchstaben t schmiedet und sich anschließend um den Hals hängt!

Kombination der Namen: Herr Waldbuch besteht aus den Bildern Wald und Buch. Ebenfalls zwei Bilder, die sich sehr gut miteinander merken lassen. Aber auch Herr Waldbaum gehört in diesen Bereich.

Sinnlose Namen: Die sogenannten sinnlosen Nachnamen erfordern die meiste Arbeit beim Merken. Frau Ischgebau lässt sich nicht so leicht als Bild abspeichern. Der Trick besteht hier darin, sich aus dem Namen ein Bild zu reimen. Ischgebau klingt doch nach „Ich gehe Bau“. Warum also nicht das Bild vorstellen, wie Frau Ischgebau sich gerade auf dem Weg ins Gefängnis befindet? Dabei befindet sich die visuelle Konzentration auf der Bewegung der Frau Ischgebau. Sie soll ja nicht mit Frau Gefängnis angesprochen werden.

Die Nachnamen können natürlich noch in weitere Kategorien unterteilt werden, jedoch bin ich bisher mit diesen 5 am besten gefahren. Interessant ist doch, dass die 14 häufigsten Nachnamen einen Beruf darstellen, oder?

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Namen merken regelmäßig üben

Im Alltag begegnen euch viele Möglichkeiten euer Namensgedächtnis zu üben. Nehmt euch eure Handynummernliste und geht diese nach Kategorien durch. Wie könntet ihr sinnlose Namen in Bilder umwandeln? Was sind das für Bilder?

Oder nehmt euch einfach das Telefonverzeichnis und übt ein wenig. Die Gesichter müsst ihr euch allerdings hier selbst dazu kreiern. Ihr könnt natürlich auch den MemoryXL-Trainer benutzen, der euch beim üben hilft. Leider enthält dieser nicht so viele Gesichter.

Fazit zum Merken von Namen

Das Vorgehen ist also leicht:

  1. Schenkt eure Aufmerksamkeit dem Namen
  2. Überlegt wie ihr den Namen bildlich darstellen könnt
  3. Stellt euch rein visuell einen Zusammenhang zwischen dem Namensbesitzer und euch bereits bekannten Menschen, die den gleichen Namen (Vor- oder Nachname) haben

Falls ihr mit einem Namen Schwierigkeiten habt, so schenkt diesem einfach mehr Aufmerksamkeit oder wandelt diesen in ein anderes Bild um. Fantasie, Fantasie, Fantasie!

Bild: Quelle: Flickr joce01_y