Ob Studentenfutter, Nervennahrung oder Brainfood. Alle Begriffe drehen sich um eins: Was ist die beste und gesündeste Nahrung fürs Gehirn? Wie kann die Konzentration, die Aufmerksamkeit, die Gedächtnisleistung verbessert werden? Und wie verträgt sich das mit den sonstigen Ernährungsgewohnheiten? Schließlich heißt es ja

Du bist was du isst

Fangen wir erstmal bei der Basis an. Was braucht der Kopf für eine gute Arbeit? Glukose. Hast du wahrscheinlich schon oft genug gehört. Woraus gewinnt der Körper Glukose? Die häufigste Antwort hier: Kohlenhydrate. Soweit zum allgemein bekanntem Stand, der weit verbreitet ist.

Die andere Nervennahrung

Jetzt kommt allerdings etwas, was du vielleicht mal im stillen Kämmerlein gehört hast, vielleicht für dich aber auch überraschend/neu sein wird: der Körper braucht hauptsächlich nur Fett und Proteine. Glukose ist zwar ein Energieträger für unser Gehirn. Unser Kopf kann aber auch mit Ketonen arbeiten. Und Ketone sind ein Produkt des Fettstoffwechsel. So wie Glukose ein Produkt des Kohlenhydratstoffwechsel ist. Jetzt ist es raus.

Verwirrt? Lass mich Schritt für Schritt heran gehen. Denn das, was du jetzt lesen wirst, wird dein Denken etwas verändern. Hoffe ich zumindest.

Der menschliche Körper

Etwas Mathematik schadet nicht. Nehmen wir einen 75kg schweren Mann.

  • 20% Fettanteil. Das sind 15kg. 1g Fett = 9,3kcal. Heißt: 139500 kcal.
  • 10% Proteinanteil im Körper.Entspricht 7,5kg. 1g Protein = 4,1kcal. Heißt: 30750kcal.
  • In der Leber werden ca. 150g Glykogen gespeichert. In der Muskulatur wohl bis 300g. Sind ja Kohlenhydrate. 1g Kohlenhydrat = 4,1kcal = 1845kcal.

KCal sind Energieeinheiten. Wir haben also 172095kcal Energieeinheiten. Wobei: Wikipedia sagt, dass der Anteil an Glykogen in der Muskulatur nicht zur Blutzuckerregulation verwendet werden kann. Also raus damit. 170865kcal.

[box color=“gray“ title=“Wikipedia laut http://de.wikipedia.org/wiki/Glykogenspeicher“ icon=“info“]Das gespeicherte Glykogen befindet sich, je nach Muskelmasse, zu einem Drittel in der Leber (bis zu 150 Gramm Glykogen, also etwa 10 % der Masse der Leber) und zu zwei Dritteln in der Muskulatur (bis zu einem Prozent des Eigengewichts). Das Leberglykogen dient der Aufrechterhaltung des Blutzuckerspiegels und damit der Versorgung des Gehirns, der roten Blutkörperchen und Nervenzellen mit Glucose. Die Glykogenspeicher in den Muskelfasern können nicht zur Blutzuckerregulation beitragen[/box]

Energieträgerverteilung

Typischer Dreisatz besagt nun

  1. 139500kcal*100%/170865kcal = 81,64% Fettenergie.
  2. 30750kcal*100%/170865kcal = 18% Proteinenergie.
  3. 615kcal (Muskelglykogen ist raus) *100%/170865kcal = 0,36% Glykogenenergie.

Genug Mathematik. Schlussfolgerung: Wie unfähig ist unser Körper denn? Er speichert von der allerwichtigsten Substanz für das Denkorgan gerade mal 0,36% an Energie?!

Studentenfutter, Nervennahrung, Brainfood

Die typische Nervennahrung ist sehr kohlenhydrathaltig. Obwohl unser Körper einen sehr großen Energiespeicher besitzt: Fett. Jedoch kann der Körper das Fett nicht direkt verwerten. Während des Fettstoffwechsels kann der Körper bei einer geringen Zufuhr an Kohlenhydraten in die Ketogenese gehen. D.h. die vorhandenen Fettsäuren werden über die Leber verarbeitet und bei diesem Verarbeitungsprozess bilden sich Ketonkörper. Genau wie bei der Glukoneogenese in der Leber Glukose entsteht.

Vielleicht hast du schon mal von der Ketogenen Ernährung gehört. Oder auch von Paleo (Steinzeiternährung). Beide Ernährungsweisen zielen auf einen für das Gehirn vorteilhaften Aspekt: Weg von Kohlenhydraten, hin zu Fett und Protein.

Fazit und Ausblick

Das war ein kurzer Abriss dessen, was eine gute Ernährung ausmacht. Nach und nach werde ich die Informationen weiter ergänzen, so dass du hier eine breite Basis zum Thema Nervennahrung findest. Nur eins vorab: probiere es aus, die Finger von Kohlenhydraten zu lassen. Vor allem verarbeitete. Dazu zählt leider auch das Vollkornbrot. Iss stattdessen lieber Eier 😉