Vokabeln richtig leicht lernen: eine mutige Aussage. Und da gibt es Tipps und Tricks? Welche Tipps soll es da geben, ausser sich hinsetzen und durchhalten? Wir haben schließlich bisher die Erfahrung gemacht, dass die Worte Vokabeln richtig leicht lernen einfach nicht zusammen passen. Dabei sind die Vokabeln das Steckenpferd, wenn es darum geht eine neue Sprache zu erwerben. So ist zumindest die weit verbreitete Meinung. Aber auch Fachwörter stellen für viele Vokabeln dar, und diese wollen ebenfalls gelernt werden.
“Ich bin nicht sprachlich begabt” oder “Ich kann einfach nicht auswendig lernen” sind nur einige der Sätze, die genannt werden sobald es einem nicht gelingt Vokabeln zu lernen. Das Problem ist, dass viele lediglich das schulische Vokabeln lernen kennen: Lesen, versuchen zu merken, wiederholen. Und das in einer Dauerschleife. Auf Dauer ist diese Art zu lernen weder leicht, noch richtig.
Es geht aber auch anders. Es geht leichter. Es geht richtig leicht! Aber wie? Dazu hier die Tipps und Tricks.
Vokabeln richtig leicht lernen – da gibt es Tipps?
Es gibt sogar mehr als Tipps. Es gibt eine Methode! Und diese nennt sich die Schlüsselwort-Methode. Was ist das besondere an dieser Methode? Nichts anderes, als dass euch das lästige Lernen auf die schulische Art und Weise erspart wird. Das Lernen erfolgt gehirngerecht: mit Spaß und richtig leicht!
Die Schlüsselwort-Methode besteht lediglich aus 2 Schritten. Schritte, die das Vokabeln lernen richtig erleichtern:
- Die Vokabel werden in bekannte, ähnlich klingende Worte “verwandelt”
- Die Bedeutung der Vokabel und das ähnlich klingende Wort werden zu einem Bild oder einer Geschichte zusammen gesetzt
Im Grunde genommen ist es wie beim Merken von Namen. Gehen wir doch mal die Schritte nacheinander durch und schauen uns an inwiefern dadurch Vokabeln richtig leicht zu lernen sind.
Vokabeln richtig leicht mit einem ähnlichen Wort lernen – Tipps
Die Vokabeln oder Fachwörter werden in ein Wort aus der eigenen Muttersprache umgewandelt. Es besteht natürlich auch die Möglichkeit diese in ein anderes Wort, welches einem eher zusagt, umzuwandeln. Dabei können die Vokabeln nach ihrem
- Klangbild
- Schriftbild
umgewandelt werden. Der erste Schritt um die Vokabeln richtig leicht zu lernen!
Beispiel: Die erste italienische Vokabel in meinem Wörterbuch ist abate und bedeutet Abt. Woran denkt ihr bei abate? Mir fällt dazu direkt das wort Rabatte ein. Und das nehme ich auch direkt. Das war der erste Schritt auf dem Weg zum richtig leichtem Lernen von Vokabeln.
Ich nehme noch ein paar Vokabeln um das zu verdeutlichen:
- abate (Abt) = Rabatte
- Unter dem Buchstaben f finde ich fabbisogno (Bedarf) = Sieht für mich nach fabel(hafter) Sonne aus. Caprisonne (das Getränk) ist das zweite Wort, was mir direkt dazu eingefallen ist. Farbige Sonne würde es auch noch machen.
- Das erste Wort unter p ist pacato (ruhig, gelassen) = “Pack Auto” ist das erste, was mir dazu einfällt. Wenn man aus der Musikszene kommt, dann dürfte hier das Wort Stakkato direkt in den Sinn kommen.
Richtig leicht die Bedeutung und das entstandene Bild zusammen setzen
Nachdem wir zu einer Vokabel etwas gefunden haben (und es gibt immer etwas!), setzen wir es mit der Bedeutung der Vokabel zusammen.
Abt + Rabatte führt zu einer kleinen, sich leicht zu merkenden Geschichte: Der geizige Abt versucht immer wieder Rabatte auszuschlagen. Selbst bei Praktika versucht er 20% auf Tiernahrung zu bekommen. Wichtig ist, dass ihr euch hier mental das Bild des Abtes vorstellt, wie er versucht einen Rabatt zu bekommen oder wie er auf Rabatte reagiert.
Da mir beim Wort fabbisogno gleichzeitig mehrere Sachen eingefallen sind, kann ich diese teilweise kombinieren. Das macht mir das Lernen der Vokabel richtig leicht. Über mir befindet sich eine fabelhafte, farbige Sonne (alle Regenbogenfarben sind da). Da steigt mein Bedarf nach der Caprisonne.
Ruhig/gelassen + “Pack Auto” führen ebenfalls zu einer leicht zu merkenden Geschichte bzw. leicht vorstellbarem Bild. Ich packe ganz ruhig und gelassen das Auto. Dabei fühle ich mich auch total entspannt.
Wichtig ist hierbei die mentale Vorstellung. Ihr müsst die Geschichte vor eurem inneren Auge abspielen lassen. Farben, Gerüche, Emotionen – all das hilft euch beim Merken der Geschichten und damit auch der Vokabeln.
Vokabeln richtig leicht lernen in 3 Schritten
Zusammengefasst solltet ihr folgendermaßen vorgehen:
- Schreibt die Vokabeln mit ihrer Bedeutung auf einen Zettel.
- Nehmt eine Vokabel und überlegt was euch spontan zu dieser einfällt. Vertraut euch und nehmt ruhig das erste Bild.
- Kombiniert die Vokabel mit ihrer Bedeutung zu einem mentalen Bild bzw. Geschichte. Diese soll so lebhaft wie es geht ausgebaut werden!
Die Vokabeln dürften erstmal drin sein. Damit diese aber auch richtig fest verankert sind, darf das Wiederholen nicht vernachlässigt werden.
Tipps zum gesamten Vorgehen beim Lernen von Vokabeln
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass folgende Vorgehensweise optimal ist:
- Sorgt dafür, dass ihr die nächsten 45 Minuten, besser 90 Minuten, ungestört seid
- Schreibt euch die Vokabeln auf einen Zettel.
- Lernt die ersten 20-30 nach dem hier vorgestellten System.
- Prüft nach welche Vokabeln sitzen und markiert diejenigen, welche ihr euch noch nicht richtig gemerkt habt (dafür ist ja der Zettel da)
- Atmet kurz durch und legt konzentriert mit den nächsten 20-30 Vokabeln los
- Nach 3 Runden, also 60-90 Vokabeln, wiederholt ihr nochmal alle Vokabeln. Hier habt ihr die Möglichkeit zu prüfen ob euch die markierten Vokabeln doch noch einfallen.
- Legt eine 5 minütige Pause ein.
- Startet die zweite Runde und geht die Schritte 1 bis 7 nochmal durch.
- Macht eine längere Pause von 5-10 Minuten.
- Schreibt euch eine neue Liste mit Vokabeln. Hier können die markierten Vokabeln drauf.
Der letzte Schritt ist optional. Ab dann beginnt das Lernen von Vokabeln wieder bei Schritt 1.
Wars das? Kann ich damit alle Vokabeln richtig leicht lernen?
Um hier eine kleine Ernüchterung einzubringen: nicht alle Vokabeln sind damit lernbar. So würde mir zum Beispiel kaum was zu den chinesischen Schriftbildern einfallen. Beim Klang sieht es allerdings anders aus. Thailändisch wiederum unterscheidet sehr stark nach dem Klang. Je nachdem wie ein Wort(!) ausgesprochen wird, hat es eine andere Bedeutung. Und das obwohl es gleich geschrieben wird!
Euer Tischnachbar wird ebenfalls kaum etwas mit euren Vorstellungen anfangen können. Das liegt daran, dass ihr bisher unterschiedliche Erfahrungen gesammelt habt und euch somit auch unterschiedliche Sachen zum gleichen Wort einfallen. Die Arbeit (falls es als Arbeit bezeichnet werden kann) muss also jeder selbst durchlaufen.
Zusammenfassend gebe ich noch diese Tipps, die euch unterstützen können:
- Baut Pausen ein, möglichst alle 15 Minuten
- Wiederholt das Gelernte
- Die Geschichten bzw. Bilder sollten so einprägsam gewählt werden, dass euch diese problemlos wieder einfallen. Je verrückter und MERK-würdiger, um so besser!
- Sollte eine Geschichte/Bild nicht sitzen, dann baut dieses stärker aus oder nehmt ein anderes Bild dafür
- Überlegt euch wo ihr die Vokabel einsetzen könnt
- Nutzt mal auch die Loci-Methode, denn mit dieser könnt ihr euch sicher sein, dass ihr nichts vergessen werdet
- Seid motiviert! Baut eine aufgeschlossene Haltung dem Lernen gegenüber, auch wenn ihr bisher eine andere Einstellung hattet. Zum Thema Motivation werde ich noch einen Artikel auf lernen-merken-erinnern.de veröffentlichen
- Ihr könnt einen Vokabeltrainer, wie zum Beispiel az6-1 oder phase6, zum wiederholen nutzen
- Habt Spaß dabei! Lasst eurer Fantasie den freien Lauf
Mit diesem Vorgehen dürfte das Lernen von Vokabeln richtig leicht werden. Auch wenn es am Anfang etwas mit den Ideen stockt, gebt nicht auf! Schließlich sind es die ersten Schritte, die ihr mit dieser Methode geht. Und wer hat es als Kind geschafft das Laufen zu lernen ohne jemals hinzufallen?

die ersten tricks waren sehr hilfreich danke <3
Gerne!
Schöner und hilfreicher Blog. Du hast aber Recht, mit den Einschränkungen dieser Methode. Ich lerne gerade thailändisch. Es gibt einfach zu wenig Entsprechungen in den westlichen Sprachen. Die Betonung ändert die Bedeutung des scheinbar selben Wortes, aber man erkennt den Unterschied auch an der Schreibweise, bis auf ganz wenige Ausnahmen (Konsonantenklasse, langer/kurzer Vokal, mit oder ohne Betonungszeichen). Von mir auch danke
Au ja, da hast du dir mit thailändisch eine schöne Sprache ausgesucht. Mich hat ebenfalls die unterschiedliche Aussprache eines scheinbar gleichen Wortes und die verschiedenen Bedeutungen verwundert. Ich denke mal, dass ein Aufenthalt in dem Land Wunder bewirken kann. Wie auch bei anderen Sprachen. Aber Respekt vor der Sprache habe ich auf jeden Fall
P.S.: Danke für das Kompliment.
du hast mir sehr bei meine pobleme geholfen danke sehr Sergej
hallo ich versuche gerade japanisch zu lernen also eigl versuche ich mir eher ganz viele prach aufnahmen rein zu ziehen und irgendwann ist mein kopf voll doch wenn ich das nicht tue kann ich mir das nicht merken aber ich frage mich wie ich diese methode bei der japanischen sprache anwenden soll gibt es nicht noch was anderes
Hi Aljoscha,
hab mich mit der japanischen Sprache noch nicht auseinander gesetzt. Notiert.
Ich kann die SchlüsselwortMethode nciht so ganz verstehen wir schreiben am 10.1 also am Dien´stag eine Arbeit dazu und ich weiß jetzt nicht so genau wie man die Schlüsselwörter schneller erkennen kann oder überhaupt wie man sie erkennen kann.
Grüße Jana.
ich finde dass geil
dankeeschöön ich schreibe morgen ne arbeit (englisch) ich bin 11 und ich habe vergessen zu lernen und habe bis halb 12 gelernt -.-
Na da bin ich gespannt, was bei der Arbeit raus gekommen ist.
Hi (:
Ich lerne gerade Geschichte bin während meiner Recherchen auf deinen Blog gestoßen. Ich hatte mich schon länger mit Lernmethoden befasst, zum Beispiel im Buch von Vera Birkenbiehl oder Anderen, aber ich finde deine Ausführungen hier äußerst verständlich und nachahmbar und hoffe sie werden mir helfen bei meinen Klausuren !
Liebe Grüße
Guten Tag,
ich habe Ihre Seite gefunden und bin freudig überrascht, dass Sie sö schöne Beispiele geben. Ich bin Physiklehrer am Gymnasium für die Klassen 6 und 8, derzeit, und frage mich, wie ich den Kindern das Verstehen und Merken erleichtern kann.
Bei physikalischen Modellen, z.B. zum Stromfluß durch einen Kupferleiter, gibt es ja schon Bilder und “Videos”, die das Phänomen beschreiben und erklären. Soweit schon eine gute Basis. Die Bilder sind teilweise aus dem Alltag (Wasserfluß durch einen Schlauch), teilweise abstrakt, technisch (Elektronen als Murmeln durch ein Rohr als Kabel). Wenn ich diese jetzt “Merkwürdig” gestalte, geht vllt die Bedeutung verloren oder der Focus wird verschoben. Was meinen Sie? Haben Sie Tipps dazu? Eine Hilfe zum Merken von Formeln könnte ich auch gebrauchen. Ich bin erst am Anfang dieses Themas und daher vllt auch noch zu unkreativ. Vielen Dank und guten Abend, Jörn
@Jörn: Danke für das Feedback! Die Angst vor dem Bedeutungsverlust ist verständlich. Würde mich aber nicht in diese hinein steigern. Alles, was “merkwürdig” ist, wird besser eingeprägt und kann auch unterschieden werden. Als Beispiel sollte man sich selbst nehmen: an welchen Lernstoff erinnert man sich noch seit der Schulzeit? Meistens ist es etwas, was einem Spaß bereitet hat oder bei dem die Lehrkraft irgendwas komisches gemacht / erzählt hat oder etwas, was man selbst gemacht hat. So würde ich zum Beispiel die einfachen Bilder real gestalten und die Schüler dazu animieren es selbst auszuprobieren. D.h. den Wasserfluß durch einen Schlauch nicht auf Videoband zeigen, sondern die Schüler es selbst nachmachen lassen. Entscheidend ist die Visualisierung und das eigenständige Erlebnis. Und wenn dies lebendig wird, dann um so besser
Bitte auch den Druck herausnehmen, dass man den Schülern eigene Bilder vorstellt und diese von den Schülern eingeprägt werden. Was für einen selbst bildhaft klingt, kann für andere schon zu abstrakt sein. Daher lieber die Schüler selbst erleben lassen und selbst Bilder konstruieren lassen.
Die Formeln sind ebenso bildhaft zu gestaltet. Entscheidend ist zu wissen, was hinter der Formel steckt. Also wofür die einzelnen Kürzel/Buchstaben stehen. Diese kann man anschließend in einem kleinen Satz memorieren. Je merkwürdiger der Satz, desto besser bleibt er hängen.
Entscheidend ist, dass man als Lehrer den Schülern Impulse gibt, diese aber dazu animiert, selbst Geschichten zu kreieren. Frei nach Konfuzius “Zeige es mir und ich vergesse es. Erkläre es mir und ich merke es mir vielleicht. Lass es mich selbst machen und ich verstehe es.”
geht nicht!!! ich bekomme es einfach nicht hin! Frazösisch ok, aber Englisch…. HILFE!!
Hallo, wir schreiben nun bald eine Lateinsarbeit, wo wir über 180 Vokabeln lernen müssen. Okay, ich finde diese Methode sehr interessant und würde sie auch gerne mal ausprobieren, aber im Lateinischen müssen ja auch die ganzen Stammformen mitgelernt werden. Wie bei glauben, was ja credere, credo, credidi, creditum heißt. Kann man da auch die Methode anwenden und wenn ja, wie? Oder muss man die einfach stur auswendig lernen? LG Marie P.s.:Sehr gute Seite!!!
Vielen Dank ! Dieser Blog hat mir sehr geholfen !
Lerne im Augenblick tibetisch
Und will Deine Methode mal
Ausprobieren.
Tip: morgens früh 5 Uhr aufstehen
Dann ist das Gehirn noch frisch,
Nicht so viel Eindrücke verarbeitet.
Also sauber, wie der Schreibtisch.
Viele Grüße Brigitte
Danke, erstmal für die Guten Tipps mit denen ich gut etwas anfangen kann. Mache weiter so Sergej. Viele Grüße. Maximilian
Super Methode!
Lerne gerade Chinesisch und: Die Schriftzeichen sind ganz leicht zu merken, in dem man sich vereinfachte Zeichnungen darin vorstellt. Beispiel: 早(früh) -> sieht für mich ganz aus wie ein Mensch der sich FRÜHmorgens erst mal ausgiebig streckt. Der Laut dazu ist zâo, klingt doch ganz wie ein tiefes, langes Gähnen. Bei schwierigeren Zeichen einfach in mehrere “Einheiten” zerlegen und eine kleine Geschichte daraus formen.
Es hat mir echt gut geholfen. Seitdem ich letztens ne 6 hatten!!! Danke
Achja noch nen kleinen Trick den ich immer angewendet habe:
Irgendwelche Freunde oder eure Eltern können euch Abfragen.
Und Marie die gleiche Frage HATTE ich auch aber ich habe es gelernt merk dir einfach
Esse
sum
Es
Est
Sumus
Estis
Sunt
Also -re,-o,-s,-St,-Mus,-tis,-nt,
Ich hoffe ich konnte helfen!!!
Bye
Sehr gute Methode probier ich gleich mal aus. Ich schreib am Donnerstag Latein-Vokabeltest und kann noch nichts. Hab aber auch die Frage wie man die Stammformen am Besten lernt.
Trotdem Viiiiiiiiielen Dank
bb
danke es hat mir so sehr geholfen das ich in der arbeit eine 2 von 5 bekommen habe danke danke danke
Das ist sehr hilfreich!!!!! Danke
!
Und ich werde mir jetzt wahrscheinlich für immer merken, was abate heißt