Welcher Lerntyp bin ich?

Bei der Optimierung des Lernens stolpert man früher oder später über den Begriff Lerntyp. Hierbei geht es vor allem um die Frage auf welchem Wege man selbst am besten lernt.

Der Einzelne verspricht sich davon vor allem die Verringerung der Lernzeit und das bessere Merken von Informationen. Meistens unterscheidet man 3 Lerntypen:

  • visueller Lerntyp = nimmt die Informationen am besten über das Auge, das Sehen, auf
  • auditiver Lerntyp = erfasst das Wissen am besten über das Ohr, das Hören
  • kinästhetischer Typ = orientiert sich am eigenen Gefühl und muss praktisch das zu Lernende mit durchleben, also auch motorisch selber machen

Doch was ist dran an dieser Unterscheidung? Und welche Schlussfolgerungen können hier für das Lernen und den eigenen Lerntyp gezogen werden?

Welcher Lerntyp weist welche Besonderheit auf?

Lasst mich hier nochmal auf die Lerntypen eingehen, um zu verdeutlichen was das Besondere an diesen ist und wie diese unterschieden werden.

visueller Lerntyp

Dieser Lerntyp lernt sehr gut, wenn er die Informationen sich vor dem geistigen Auge vorstellt oder selbst sieht. Wie jeder andere Lerntyp bevorzugt auch dieser einen bestimmten Sprachgebrauch. Typische Phrasen sind

  • Das sieht gut aus
  • Ich mach mir selbst ein Bild davon
  • So wie es aussieht…
  • Jetzt sieh sich das mal einer an

In den Sätzen tauchen also immer Wörter auf, die mit dem visuellen Kanal zu tun haben.
Vor allem Videofilme und das Beobachten hilft hier beim Lernen.

auditiver Lerntyp

Bei diesem Lerntyp wird das Gelernte dann am besten gespeichert, wenn es über das Hören aufgenommen wird. Die typische Wortwahl ist hier vor allem

  • Das hört sich super an
  • Es klingt so, als ob…
  • Jetzt hör sich das mal einer an
  • Ich höre mir das nicht länger an

Es sind also immer Wörter dabei, welche etwas mit dem Gehör zu tun haben. Diese Menschen freuen sich darüber, wenn das Wissen ihnen erzählt wird oder wenn die Möglichkeit besteht sich das Wissen auf Mp3-Playern anzueignen.

kinästhetischer Lerntyp

Hier wird vor allem viel Wert darauf gelegt das zu Lernende selbst zu durchleben. Sowohl motorisch als auch gefühlsmäßig. Typische Wortwahl ist hier

  • Das fühlt sich gut an
  • Ich fühle mich super
  • Ich habe das Gefühl…
  • Ich habe ein gutes Gefühl

Die eigene Gefühlswahrnehmung spielt hier also eine große Rolle. Gelernt wird hier vor allem dann am besten, wenn das Wissen in der eigenen Gefühlswelt durchlebt wird oder die Möglichkeit vorhanden ist das Ganze mit den eigenen Händen nachzumachen.

Waren es alle Lerntypen?
Teilweise treten noch Informationen zu einem Mischlerntyp auf. Hier ist vor allem die klare Zuordnung zu einem der oberen Lerntypen nicht möglich, da alle 3 Kanäle gleichstark benutzt werden.

Neben diesen 3 Aufnahmekanälen gibt es noch die Möglichkeit des Schmeckens und des Riechens, die allerdings bei der Lerntypzuordnung keine große Rolle spielen.

Welcher Lerntyp bin ich?

Ich bin hier so dreist und sage einfach: keiner von diesen! Auch wenn der eine oder andere jetzt enttäuscht ist, weil er endlich die Möglichkeit gefunden hat, sich das Lernen zu erleichtern.

Ich habe bisher die Erfahrung gemacht, dass die Vermischung der einzelnen Wahrnehmungskanäle die besten Früchte beim Lernen trägt.

  • Wenn wir den Sportlern beim Schwimmen zuschauen, werden wir nicht automatisch ebenfalls besser schwimmen.
  • Durch das Hören eines Konzertes werden wir nicht automatisch diese Lieder nachspielen können
  • Das Wissen aus dem Buch springt uns nicht einfach zu, auch wenn wir das Buch in den Händen halten und jeden einzelnen Satz nochmal abschreiben

Auch wenn im Internet viele Tests zu der Thematik “Welcher Lerntyp bin ich?” vorhanden sind, so rate ich von diesen ab! Diese dienen meistens dazu euch eher das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Fazit

Bezieht alle Lernkanäle ein um zum besten Lernergebnis zu kommen. In diesem Zusammenhang ist bei mir ein Zitat besonders haften geblieben:

    Erzähle mir und ich vergesse.
    Zeige mir und ich erinnere.
    Lass es mich tun und ich verstehe.
    (Konfuzius, chinesischer Philosoph, 551-479 v.Chr.)
Eine Sprache lernt man dadurch, dass man sich intensiv mit ihr auseinander setzt. Das alleinige Pauken der Vokabeln bringt nichts. Viel effizienter ist es sich mit der Sprache zu umgeben. Auf die Thematik Sprachen lernen werde ich jedoch noch in weiteren Artikeln gesondert eingehen.

Oder auch mit Worten der heutigen Wissenschaft:

  • 10% dessen, was wir lesen, behalten wir
  • 20% dessen, was wir hören, behalten wir
  • 30% dessen, was wir sehen, behalten wir
  • 50% dessen, was wir hören und sehen, behalten wir
  • 70% dessen, was wir selbst sprechen, behalten wir
  • 90% dessen, was wir selbst verinnerlichen und machen, behalten wir

Und wie ergeht es euch? Welche Erfahrungen habt ihr bisher mit Lerntypen gemacht?

Wie alt bist du?

2 Kommentare

  1. Ich merke mir Dinge am leichtersten, wenn ich sie höre. Ich muss immer laut lernen. Von der Seite, dass man sich eigentlich nicht in Lerntypen einteilen lassen sollte, habe ich das noch gar nicht betrachtet. Danke
    lg. Chris

  2. Stefan Sebastiampillai

    ich lehrne über Hören und dazu schaue ich viel in Internet und lese viel.

    Man könnte auch Filme als Motivation an schauen

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