Bevor sich der Einzelne an das Lernen ran wagt, fragt er sich natürlich: wie gehe ich am besten vor? Dieser Prozess findet jeden Tag erneut statt. Am Ende greift man allerdings wieder zu den bisher bekannten Vorgehensweisen und hofft damit die bevorstehende Hürde nehmen zu können. Das führt allerdings zur Frustration und Unzufriedenheit, woraus die Schlussfolgerung entsteht, dass das Lernen keinen Spaß macht.

Dieses Erlebnis hat bereits jeder Mensch hinter sich. Woran das liegt ist ebenfalls einfach zu beantworten: Systemlosigkeit! Es muss allerdings nicht immer so sein. Ich verrate euch in dieser Serie einen der möglichen Ansätze zur Lösung dieses Problems.

„Wie lernt man am besten“ oder „Das Problem des Lernens“

Oft ist man so stark auf das Problem „Wie lernt man am besten?“ fixiert, dass man die wichtigeren Fragen gar nicht beachtet. Ich werde auf diese nach und nach mit Hilfe des Beispiels „Lernen für die nächste Mathematikklausur!“ eingehen.

Die erste Frage lautet: Warum will ich das Lernen? Fehlt nämlich die Motivation, somit also das Wissen um das Warum, so wird der gesamte Lernprozess zu einer quälenden Last. Auf das Thema Motivation werde ich in einem gesonderten Artikel eingehen und es genauer beleuchten. Auf dem Weg zum Lernen ist also entscheidend zu wissen was einen zum Lernen motiviert. Zu dem Beispiel wäre die Antwort „Ich will für die Stochastikklausur lernen, damit ich diese bestehe“ zwar eine minimale Motivation, jedoch bereits eine Weisungsgebende. Zum Thema Zielformulierung werde ich allerdings noch einen eigenen Artikel schreiben.

Die nächste entscheidende Frage ist:
Was will ich Lernen? Die schwammige Formulierung „Ich will für die nächste Klausur lernen“ ist dabei nicht von Vorteil, da hier vor allem die konkrete Messbarkeit fehlt. Es sollte eine genaue Eingrenzung des Lernstoffes statt finden, wie zum Beispiel „Ich will mir für die nächste Mathematikprüfung das bisher in der Schule beigebrachte Wissen zum Thema Stochastik lernen“.

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Nach Klärung beider Aspekte wäre die nächste Frage angebracht:
Was brauche ich zum Lernen? Diese Frage dient vor allem der Eingrenzung der Lernmenge. Dazu gehört vor allem die Entscheidung welche Bücher, Aufzeichnungen oder eigene Schriftblätter genau benötigt werden. Das dient der genauen Lernstoffeingrenzung, so dass man auch ein Ende des Lernens sehen kann. Auch hier soll die Wahl möglichst konkret formuliert werden wie zum Beispiel „Für die Klausur will ich im Schulbuch das Kapitel 4 „Stochastiklehre“ und die eigenen Schulnotizen lernen“.

Wann will ich lernen? wäre die nächste Frage in diesem Kontext. In diesem Zusammenhang sollte vor allem die eigene Zeitplanung als auch die eingegrenzte Lernmenge betrachtet werden. Es nützt recht wenig 4 Bücher vor einer Klausur intensiv durcharbeiten zu wollen, welche bereits am nächsten Tag statt findet. Es sei denn die Bücher umfassen jeweils 20 Seiten. Auch hier sollte die Entscheidung möglichst messbar formuliert werden. Für unser Beispiel wäre „Für die Klausur will ich ab dem 15.01.2010 bis zum 23.01.2010 jeden Tag von 17 bis 19 Uhr lernen.“ passend.

Diese vier Fragen umfassen vor allem die grobe Lernplanung. Auf einzelne Aspekte wie zum Beispiel das Zeitmanagement, das Zielmanagement und die Motivation werde ich noch gesondert eingehen.

„Tipps und Tricks zum Lernen in Checklistenform“ oder „Was kommt noch?“

Ich werde am Ende dieser Serie eine gesamte Checkliste vorstellen, welche beim Lernen zur Hilfe heran gezogen werden kann. Der erste Teil der Checkliste umfasst die folgenden vier Fragen:

  • Lernentscheidungsmotivation
    1. Warum will ich das Lernen?
    2. Was will ich lernen?
    3. Was brauche ich zum Lernen?
    4. Wann will ich Lernen?

Im nächsten Artikel der Serie kommt vor allem die Frage „Wie gehe ich am besten an den Lernstoff heran“ zum Zuge. Und welche Fragen stellt ihr euch beim Vorbereiten auf den Lernstoff?